Kirchen & Klöster
Breslau, Niederschlesien

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Audio-Spaziergang durch Breslau — 13 Stationen, 2 davon kostenlos anhören
13 Stationen 90 Min. 3,5 km
Die Maria-Magdalenen-Kirche in Breslau (Wrocław), heute Kathedrale der Polnisch-Katholischen Kirche, ist ein mächtiger gotischer Backsteinbau gleich neben dem Ring. Die Büßerinnenbrücke (polnisch Mostek Pokutnic, auch „Hexenbrücke“) zwischen den beiden Türmen zählt zu den beliebtesten Aussichtspunkten der Stadt: Aus 45 m Höhe blickst du über die Dächer der Altstadt, das Rathaus und die Elisabethkirche. Zugleich ist die Kirche ein Schlüsselort der Reformation in Schlesien.
Eine erste Kirche gab es hier wohl schon Ende des 11. Jahrhunderts. Der heutige Bau entstand 1342–1362, die Türme wurden im 15. Jahrhundert vollendet. Neben St. Elisabeth war Maria Magdalena die wichtigste Pfarrkirche der Bürgerstadt. Am 23. Oktober 1523 hielt Johann Heß hier die erste evangelische Predigt Schlesiens; die Kirche blieb über 400 Jahre protestantisch.
Im Mai 1945, nach Ende der Kämpfe, zerriss eine Explosion – vermutlich einer Mine – den Südturm. Zerstört wurden auch die Gewölbe und die „Armesünderglocke“ von 1386, die größte Glocke Schlesiens. Der Wiederaufbau erfolgte 1960–1970; 1972 übernahm die Polnisch-Katholische Kirche das Gotteshaus als Kathedrale.
Die Brücke zwischen den Türmen wird schon 1459 erwähnt. 1945 zerstört, wurde sie um die Jahrtausendwende rekonstruiert. Legenden erklären die Namen: Eine eitle Tochter musste sie zur Strafe nachts fegen, andere Erzählungen sprechen von den Seelen junger Frauen, die lieber feierten als heirateten.
Hinauf führen 247 Stufen, teils über enge Wendeltreppen – einen Aufzug gibt es nicht. Oben belohnt dich ein weiter Blick: auf einen Teil des Rings und den Rathausturm, auf die Elisabethkirche und in der Ferne auf die Dominsel sowie den Pylon der Rędziński-Brücke. Am schönsten ist das Licht am späten Nachmittag.
Für deutschsprachige Besucher ist die Kirche ein besonderer Ort: Mit der Predigt von Johann Heß 1523 setzte sich die Reformation in Breslau rasch durch, und die Magdalenenkirche wurde zu einem Zentrum des schlesischen Protestantismus. Noch bis 1948 fanden in der Sakristei evangelische Gottesdienste statt. Heute erinnert die Kirche an die lange gemeinsame Geschichte von Deutschen und Polen in der Stadt – 2023 jährte sich die erste Predigt von Heß zum 500. Mal.
Laut dem städtischen Portal wroclaw.pl (Aktualisierung Juni 2025) ist die Brücke täglich 10–20 Uhr geöffnet, von November bis März 10–18 Uhr. Der Eintritt kostet 15 PLN regulär und 10 PLN ermäßigt (Kasse am Eingang). Die Gemeinde veröffentlicht keine eigene Preisliste – prüfe die Zeiten vor Ort, gerade im Winter 2026/27.
Für Aufstieg und Aussicht genügen 30–45 Minuten; nimm dir für den Kirchenraum noch etwas Zeit dazu. Für Menschen mit eingeschränkter Mobilität oder Höhenangst ist der Aufstieg nicht geeignet.
Die Kirche steht an der ul. Szewska 10 (früher Schuhbrücke), drei Gehminuten vom Ring. Straßenbahnhaltestellen: Oławska und Wita Stwosza; Bus: Galeria Dominikańska. Mit dem Auto aus Dresden oder Berlin parkst du am besten außerhalb der Altstadt.
In der Nähe: Altes Rathaus, Elisabethkirche mit Aussichtsturm, Architekturmuseum und Markthalle.
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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Geprüft: Oktober 2026