Burgen
Im Viertel der kasimirischen Stadt, direkt neben der gotischen Johanneskirche, steht das älteste weltliche Denkmal Radoms — das Königsschloss, das im 14. Jahrhundert von Kasimir dem Großen zusammen mit den Stadtmauern des Nowy Radom errichtet wurde. Wenig erinnert an die wehrhafte Glanzzeit, doch hier wurden Entscheidungen von Bedeutung für die ganze Adelsrepublik getroffen.
Der erste Ausbau erfolgte im 15. Jahrhundert unter den ersten Jagiellonen, und in den Jahren 1515–1520 verlieh Mikołaj Szydłowiecki der Residenz Renaissancezüge. Erhalten sind zwei Etagen des sogenannten Großen Hauses samt Kellern, mit Mauern bis zu 2,5 m Dicke. An der Südseite sind kleine gotische Fenster und Renaissance-Rahmungen zu sehen, an den Fassaden wurde das originale Backsteinmauerwerk freigelegt.
Das Gebäude dient als Pfarrhaus der nahen Stiftskirche St. Johannes. Im Westen schließt eine Teilrekonstruktion der Stadtmauer an, die auf dem originalen Steinfundament steht. Im Zaun erinnern Tafeln an die in Radom verkündete Verfassung Nihil novi von 1505 und den Abschluss der Union von Wilna und Radom. Laufende Sanierungsarbeiten legen in den Kellern die Fundamente für ein künftiges Museum der Burggeschichte frei.
Das Schloss liegt an der Wałowa-Straße, wenige hundert Meter von der Flaniermeile und der Kathedrale, und lässt sich gut mit einem Spaziergang durch das Zentrum Radoms verbinden.
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