Burgen
Oświęcim, Kleinpolen
Die Burg in Oświęcim (Auschwitz) steht auf einem Hügel über dem Fluss Soła. Ihr gotischer Wehrturm stammt aus dem 13. Jahrhundert; die einstige Residenz der Herzöge von Auschwitz beherbergt heute das städtische Burgmuseum (Muzeum Zamek). Die Ausstellungen erzählen über 800 Jahre Stadtgeschichte – von der mittelalterlichen Burg über das galizische Landstädtchen bis in die Zwischenkriegszeit. So lernst du ein Oświęcim kennen, das lange vor 1940 existierte, und ergänzt den Besuch der Gedenkstätte Auschwitz.
Laut Museum gab es auf dem Hügel schon im 11. Jahrhundert eine Siedlung, später eine Burg. Erstmals erwähnt wird sie 1179, als die Kastellanei an die Herzöge von Oppeln-Ratibor ging. 1241 zerstörten die Mongolen die Anlage; sie wurde wieder aufgebaut und teilweise ummauert. Anfang des 14. Jahrhunderts wurde Oświęcim Hauptstadt des Herzogtums Auschwitz, das zur schlesischen Piastenlinie gehörte. 1454 verkaufte Herzog Johann IV. das Herzogtum an den polnischen König Kasimir IV. – seither gehörte es zur polnischen Krone, ab 1772 zum österreichischen Galizien.
Brände 1503 und im frühen 17. Jahrhundert sowie die Zerstörung durch die Schweden 1655 setzten der Burg zu. Hochwasser 1805 und 1813 unterspülten den Hügel; Teile der Gebäude und Mauern stürzten in den Fluss, nur der Turm blieb fast unverändert. Im 19. Jahrhundert diente die Burg als Salzlager, Gutskanzlei und Postamt, später als Lager jüdischer Kaufleute; um 1904 ließ ein neuer Besitzer ein Stockwerk, eine Weinstube und Gästezimmer einrichten. Der Verbindungsbau entstand 1929–1931. Im Zweiten Weltkrieg saßen hier die deutschen Besatzungsbehörden. Nach der Restaurierung 2004–2006 ist die Burg seit 2010 Museum.
Für Burg und Turm brauchst du etwa 1–1,5 Stunden. Die Tunnel besichtigst du in rund 40-minütigen Runden auf Polnisch, mit gedruckter englischer Beschreibung; von Oktober bis April sind sie geschlossen, in der Saison reservierst du telefonisch. Unter der Erde ist es kühl – nimm eine Jacke mit.
Stand: Oktober 2026 (offizielle Museumsseite):
Die Burg liegt im Zentrum von Oświęcim, wenige Gehminuten vom Marktplatz und etwa 3 km von der Gedenkstätte Auschwitz entfernt. Krakau (Kraków) liegt rund 60 km östlich; mit dem Auto aus Deutschland kommst du über Görlitz und die A4 Richtung Kattowitz (Katowice). Am Fuß des Hügels, am Skarbka-Platz, befindet sich das Jüdische Zentrum mit der letzten Synagoge der Stadt; im Rathaus am Markt zeigt das Museum eine Ausstellung zur Stadtgeschichte.
Zeiten gültig bis 31. Mai 2027
Październik–maj: pn–czw 10:00–16:00, pt 10:00–15:00, sob nieczynne, nd 10:00–16:00; czerwiec–wrzesień: pn nieczynne, wt–nd 10:00–18:00; ostatnie wejście 1 h przed zamknięciem; tunele czynne tylko V–IX.
Zamek 12 zł (ulgowy 8 zł, rodzinny 30 zł), wieża 8/6/20 zł, bilet łączony zamek+wieża+ratusz 25/16/60 zł, tunele 12/8 zł; we wtorki wystawa stała i wieża bezpłatnie.
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Geprüft: Oktober 2026