Märkte & Altstädte
Oświęcim, Kleinpolen
Der Marktplatz von Oświęcim (Rynek Główny) ist das Herz einer der ältesten Städte Kleinpolens – einer Stadt, deren deutscher Name Auschwitz für immer mit dem Holocaust verbunden ist. Wer zur Gedenkstätte kommt, sieht die Altstadt oft gar nicht. Dabei zeigt der sanierte Platz das andere Oświęcim: Bürgerhäuser aus dem 19. Jahrhundert, ein neugotisches ehemaliges Rathaus mit modernem Stadtmuseum und die Kellerreste eines Rathauses aus dem 16. Jahrhundert unter Glas.
Oświęcim liegt rund 65 km westlich von Krakau (Kraków) und etwa eine Autostunde von Kattowitz (Katowice) entfernt. Das Staatliche Museum Auschwitz-Birkenau ist etwa 3 km von der Altstadt entfernt. Vom Marktplatz sind es nur wenige Schritte zur Burg und zum Fluss Soła. Der Platz ist jederzeit frei zugänglich.
Der Platz war der zentrale Handelsplatz der Stadt, ursprünglich von Holzhäusern umgeben, in der Mitte ein gemauertes Rathaus mit Uhr. Brände zerstörten die Stadt mehrfach, 1863 brannte das alte Rathaus vollständig nieder. 1966 wurde mitten auf dem Platz, über einem deutschen Luftschutzbunker aus dem Zweiten Weltkrieg, der Handelspavillon „Tęcza“ errichtet. Sein Abriss 2009 leitete die Revitalisierung ein, die im Mai 2014 für rund 7,6 Mio. PLN abgeschlossen wurde – mit rekonstruiertem Brunnen, Beleuchtung, Springbrunnen und Glasabdeckungen über den Kellern des alten Rathauses. Im Frühjahr 2026 begann die Stadt, das holprige Kieselpflaster durch Granitplatten zu ersetzen.
Der Platz ist als Teil der historischen Stadtanlage denkmalgeschützt; jede Umgestaltung muss mit dem Denkmalpfleger abgestimmt werden. Er misst rund 6000 m² – genug Raum, um in Ruhe die Fassaden ringsum auf dich wirken zu lassen.
Das neugotische ehemalige Rathaus an der Südseite (Rynek Główny 2) entstand 1874–1875. Täglich um 12 Uhr erklingt von hier das Turmsignal der Stadt, komponiert von Aleksander Orłowski. Seit 2018 zeigt hier eine Abteilung des Burgmuseums eine interaktive Ausstellung zur Stadtgeschichte – mit Gefängniszellen, Seuchen und Bränden, dem Ersten Weltkrieg und einem Praga-Baby-Auto von 1936, das in Oświęcim montiert wurde.
Im Haus Nr. 14 aus dem frühen 19. Jahrhundert sitzt heute das Amtsgericht. Das Haus Nr. 11 wurde während des Zweiten Weltkriegs im Heimatstil umgebaut; um 1900 befand sich hier das Hotel „Herz“, in dem Józef Piłsudski übernachtete. Achte auch auf den im Pflaster markierten Umriss des früheren Bunkers.
Für den Platz reicht eine halbe Stunde, mit Rathausmuseum solltest du 1–1,5 Stunden einplanen. Nach dem Besuch der Gedenkstätte ist der Marktplatz ein guter Ort für eine Mahlzeit und einen Moment der Ruhe.
Ja – gerade als ruhiger Gegenpol zum Besuch der Gedenkstätte. Rathausmuseum, Burg und der Gedenkpark der Großen Synagoge erzählen von jahrhundertelangem polnisch-jüdischem Zusammenleben vor dem Krieg. Rund um den Platz findest du Cafés und Restaurants für eine Pause.
Rynek dostępny całodobowo; Muzeum Ratusz (październik–maj): wt–czw i nd 10:00–16:00, pt 10:00–15:00, pon. i sob. nieczynne; czerwiec–wrzesień wt–nd 10:00–18:00; ostatnie wejście godzinę przed zamknięciem.
Rynek – wstęp wolny; Muzeum Ratusz: 12 zł normalny, 8 zł ulgowy, rodzinny 30 zł, we wtorki wstęp bezpłatny (turyści indywidualni).
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Geprüft: Oktober 2026