Wasserfälle
Przesieka, Niederschlesien
2007 hätte dieser Wasserfall beinahe den größten Teil seines Wassers an ein kleines Wasserkraftwerk verloren. Heute rauscht der Hainfall (polnisch Wodospad Podgórnej) in Przesieka wieder in seinen Granitkessel und ist der dritthöchste Wasserfall im polnischen Teil des Riesengebirges. Der Bach stürzt in zwei Kaskaden über eine 10 Meter hohe Felsstufe, und vom Ortszentrum ist es nur ein kurzer Waldspaziergang – ganz ohne Eintritt.
Die Podgórna entspringt zwischen der Kleinen Sturmhaube (Mały Szyszak) und dem Tępy Szczyt und fließt auf rund 547 m Höhe am Ortsrand von Przesieka über eine Granitstufe. Das Wasser fällt in zwei Kaskaden in einen Strudelkessel – eine Vertiefung, die strudelndes Wasser und mitgerissene Steine in den Fels geschliffen haben. Zu beiden Seiten ragen bis zu 15 m hohe Granitwände auf und bilden ein kleines Felsamphitheater.
Die Umgebung des Wasserfalls ist Natura-2000-Gebiet und liegt in der Pufferzone des Nationalparks Riesengebirge, aber außerhalb des Parks selbst – eine Nationalpark-Eintrittskarte brauchen Sie also nicht. Przesieka hieß bis 1945 Hain, daher der deutsche Name Hainfall.
Vor 1945 stand am Wasserfall eine Bergbaude, von der nichts erhalten ist. Mitte 2007 wollte ein privater Investor oberhalb der Stufe einen Staudamm und ein kleines Wasserkraftwerk errichten, das dem Wasserfall rund 70 % seines Wassers entzogen hätte. Im Juni erteilte die Kreisbehörde in Jelenia Góra (Hirschberg) die Baugenehmigung, obwohl die Gemeinde Podgórzyn andere Pläne für das Gelände hatte. Die Entscheidung wurde später aufgehoben und das Projekt aufgegeben – deshalb sieht der Wasserfall heute aus wie eh und je.
Am meisten Wasser führt der Fall im Frühjahr zur Schneeschmelze und nach einigen Regentagen; in trockenen Sommern kann er recht bescheiden ausfallen. Der Weg führt durch den Wald und ist am Wasserfall steinig und rutschig – festes Schuhwerk ist ratsam, mit dem Kinderwagen wird es mühsam. Halten Sie Abstand zu den Felskanten und klettern Sie nicht auf nasse Steine. Für Weg und Besuch sollten Sie etwa eine Stunde rechnen. Im Winter kann der Wasserfall teilweise gefrieren, und der Kessel zieht dann auch Winterschwimmer an.
In der Nähe lässt sich der Besuch mit der Burgruine Kynast (Chojnik) über Sobieszów verbinden. Die beiden höheren Riesengebirgswasserfälle – Kochelfall (Szklarka) und Zackelfall (Kamieńczyk) – liegen bei Szklarska Poręba.
Eintritt frei
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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