Landschaftsparks
Wdzydze Kiszewskie, Pommern
Der Landschaftspark Wdzydze (polnisch Wdzydzki Park Krajobrazowy) ist eine kaschubische Seen- und Waldlandschaft rund um den Wdzydze-See, einer der ältesten Landschaftsparks Polens. Kiefernwälder, Moore, der Fluss Wda (Wda) und weite Wasserflächen locken Segler, Kanuten und Radfahrer, und in Wdzydze Kiszewskie liegt eines der ältesten Freilichtmuseen des Landes. Wenn du Sehenswürdigkeiten bei Danzig (Gdańsk) abseits der Ostsee suchst, ist das ein ruhiges Wochenendziel.
Der Park wurde am 15. Juni 1983 gegründet und liegt im Kreis Kościerzyna (Berent) in der Woiwodschaft Pommern. Er umfasst 178,32 km², dazu kommt eine Pufferzone von 152,08 km². Die Gegend gehört zur Kaschubei (Kaschubien) und grenzt an die Tucheler Heide (Bory Tucholskie); historisch lag sie in Westpreußen. Die Seen von Wdzydze bilden ein kreuzförmiges System, das auch „Kaschubisches Meer“ genannt wird. Rundherum wachsen Kiefernwälder, Flechten-Kiefernwälder, Moore und Bruchwälder. Die Kaschuben sind eine westslawische Volksgruppe mit eigener Sprache und Kultur; zweisprachige Schilder sind keine Seltenheit.
Das Museum gründeten 1906 der Dorflehrer Izydor Gulgowski und seine Frau Teodora, eine Malerin, die in Berlin Kunst studiert hatte. Es begann als private Sammlung in einem Bauernhaus aus dem 18. Jahrhundert und ist seit 1969 ein eigenständiger Ethnographischer Park. Heute umfasst es rund 22 Hektar in fünf Sektoren: Süd- und Westkaschubei, Mittel- und Nordkaschubei, Kociewie und Tucheler Heide. Du siehst unter anderem eine Windmühle aus Brusy, einen Gasthof, ein Gutshaus und ein Sägewerk. Zwischen Mai und September kommen etwa 80.000 Besucher. Der Wdzydzer Jahrmarkt findet am dritten Sonntag im Juli statt, die Herbstveranstaltung „Z motyką na bulwy“ am dritten Sonntag im September.
Frische und Flechten-Kiefernwälder dominieren, dazu kommen Eichenwälder, Erlenbrüche und Eschen-Erlen-Auwälder. Die Parkverwaltung betreibt aktiven Naturschutz, etwa eine Fischtreppe am Grzybowski Młyn, die Wiederansiedlung des Edelkrebses und den Schutz des Sumpf-Steinbrechs. Auf der Insel Sidły werden Wiesen gemäht und beweidet.
Plane für See und Wege einen ganzen Tag ein, für das Museum allein drei bis vier Stunden. Lohnt sich der Besuch? Ja, vor allem im Sommer oder Frühherbst, wenn das Licht am See schön ist und weniger los ist als an der Küste. Die Beschilderung ist polnisch, teils kaschubisch.
Der Park ist ganzjährig zugänglich. Die Verwaltung sitzt im Wdzydzki Park Krajobrazowy, ul. Świętojańska 5E, 83-400 Kościerzyna, Tel. +48 58 686 82 73 oder +48 605 558 002, wpk@pomorskieparki.pl. Öffnungszeiten und Preise (Währung: Złoty, PLN) für Museum und Bootsfahrten legen die Betreiber fest; prüfe sie vorab. Beachte die Sicherheitsregeln am Wasser, darunter die App Ratunek, auf die die Parkseite hinweist.
Von Danzig (Gdańsk) fährst du mit dem Auto in etwa einer Stunde nach Berent (Kościerzyna) und von dort noch ein kurzes Stück nach Wdzydze Kiszewskie. Aus Berlin ist es eine lange Tagesfahrt über Stettin (Szczecin) oder Posen (Poznań), besser mit Übernachtung. Parkplätze gibt es am Museum und an den wichtigsten Häfen. Bus- und Bahnverbindungen prüfst du vorab in den Fahrplänen.
In der Nähe liegen Kościerzyna, der Kaschubische Landschaftspark, die Tucheler Heide und die Dreistadt Danzig-Zoppot-Gdingen.
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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Geprüft: Oktober 2026