Historische Orte
Brusy, Pommern
In einem Kiefernwald bei Leśno in der Kaschubei ragen Steinkreise aus dem Boden, und auf einem der Grabhügel steht ein Findling, dessen Umriss an eine menschliche Gestalt erinnert. Es handelt sich um ein Gräberfeld mehrerer Kulturen, das über tausend Jahre genutzt wurde – von der Bronzezeit bis in die römische Kaiserzeit, als hier Menschen der Wielbark-Kultur lebten, die mit den Goten in Verbindung gebracht wird. Erschlossen ist das Gelände durch den Flechten- und Kulturlehrpfad „Kamienne Kręgi“ (Steinkreise) im Landschaftspark Zabory.
Das Gräberfeld liegt südlich des Sees Leśno Dolne am Fluss Niechwaszcz zwischen Leśno und Zalesie in der Gemeinde Brusy (Kreis Chojnice), in dem Teil der Kaschubei, der Zabory genannt wird. Seit 1978 steht es im Register der archäologischen Denkmäler. Seit 1975 erforscht es der Archäologe Krzysztof Walenta von der Universität Łódź.
Nach Angaben der Gemeinde Brusy legten die Forscher 13 Grabhügel und 15 Steinkränze aus der gotischen Besiedlung frei, dazu rund 20 Steinkistengräber sowie Gruben- und Urnengräber mit Gesichtsurnen der Pommerschen Kultur aus der frühen Eisenzeit. Der erste und größte Hügel misst 26 Meter im Durchmesser und trägt einen Steinkreis mit einer Stele menschenähnlicher Form. Eine solche Anlage wird traditionell als Grab eines Stammesführers oder Schamanen gedeutet; der größte Hügel nahe dem Eingang enthielt jedoch eine Frauenbestattung, deren Beigaben ins Museum in Chojnice kamen. Gefunden wurden hier auch Reste eines sogenannten Langhauses.
In einem der Gräber lagen eine keltische Silbermünze aus dem Gebiet der heutigen Slowakei und ein Amulett in Form eines Skarabäus aus dem Mittelmeerraum. Solche Importe zeigen, wie weit die Kontakte der Bewohner Pommerns in den ersten Jahrhunderten n. Chr. reichten. Archäologen vermuten, dass die Steinkreise auch als Versammlungs- und Kultplätze dienten – eine Hypothese, kein gesicherter Befund.
Am Eingang zeigen zwei Tafeln eine Karte der Umgebung und einen Plan des Gräberfelds – ein Blick darauf lohnt sich vor dem Rundgang. Für den Pfad genügen 40–60 Minuten. Er wurde im Mai 2020 wiederhergestellt, nachdem ein Sturm im August 2017 rund 5.000 Hektar Wald im Park zerstört hatte. In Leśno kreuzen sich mehrere markierte Wege: der grüne Zabory-Weg, der schwarz-gelbe Literaturweg zu Ehren der Schriftstellerin Anna Łajming und der blaue Zbrzyca-Weg. Im Dorf selbst steht eine Holzkirche aus dem 17. Jahrhundert, gestiftet von Königin Maria Luisa Gonzaga – eine gute Ergänzung des Ausflugs.
Eintritt frei
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