Berge & Gipfel
Wołosate, Karpatenvorland
Die Tarnica (1346 m) ist der höchste Gipfel der polnischen Bieszczady und der ganzen Woiwodschaft Karpatenvorland — und der beste Aussichtspunkt in diesem Teil der Karpaten. Bei außergewöhnlich klarer Luft sieht man vom Gipfel nicht nur die Tatra, sondern sogar die Berge des rumänischen Rodna-Gebirges. Auch der Name stammt aus dem Rumänischen: „tarnița“ bedeutet Sattel — und tatsächlich trennt ein scharf eingeschnittener Pass den Berg vom benachbarten Szeroki Wierch.
Die Tarnica überragt das Tal der Wołosatka um mehr als 500 m und ist an ihrer Silhouette leicht zu erkennen: Der schmale, langgestreckte Grat hat zwei deutliche Gipfel, 1346 und 1339 m. Ein 1286 m hoher Pass — die Przełęcz pod Tarnicą („Pass unter der Tarnica“) — trennt sie vom Szeroki Wierch, die tiefe Goprowska-Scharte vom Krzemień-Massiv. Auf dem Grat liegen Felsbrocken, natürliche Mulden und Reste von Schützengräben aus dem Krieg. Nach Süden fällt eine hohe Felswand ab, darunter erstrecken sich Geröllfelder. Der Gipfel liegt im Nationalpark Bieszczady und gehört zur „Krone der polnischen Berge“, einer beliebten Liste der höchsten Gipfel aller polnischen Gebirge.
1987 wurde auf dem Gipfel ein 7 m hohes Kreuz mit Gedenktafel errichtet — zur Erinnerung an den Besuch des jungen Priesters Karol Wojtyła, des späteren Papstes Johannes Paul II., am 5. August 1953. Im Frühjahr 2000 brach das Kreuz; am 2. September 2000 wurde ein neues Stahlkreuz aufgestellt, rund 8,5 m hoch und etwa 500 kg schwer. Pilger trugen es in Einzelteilen hinauf, am 16. September 2000 weihte es Bischof Adam Dyczkowski. Auf dem Hauptgipfel befindet sich außerdem ein Vermessungspunkt.
Die Tarnica bietet die schönste Aussicht der polnischen Bieszczady. An klaren Tagen sehen Sie neben den nahen Kämmen — Halicz, Krzemień und den „Połoniny“, den für dieses Gebirge typischen baumlosen Bergwiesen — auch die Tatra, die ukrainischen Gorgany, die Ostra Hora, die Polonyna Riwna, die Polonyna Krasna und das Swydiwez-Massiv. Bei außergewöhnlicher Fernsicht erscheinen am Horizont das Vihorlat-Gutâi-Gebirge, das rumänische Igniș-Gebirge, die Vlădeasa und der Pietrosul Rodnei.
Zwei Hauptwege führen auf die Tarnica:
Beide lassen sich zu einer Runde verbinden. Durch das Tarnica-Gebiet führt auch der Europäische Fernwanderweg E8.
Planen Sie für Auf- und Abstieg ab Wołosate etwa 3,5–4 Stunden mit Gipfelrast ein. Das Gebiet ist Nationalpark: Lösen Sie ein Eintrittsticket und bleiben Sie auf dem markierten Weg. Ein großer Teil der Strecke oberhalb der Baumgrenze ist ungeschützt — nehmen Sie bei Hitze reichlich Wasser und eine Kopfbedeckung mit und verzichten Sie bei Gewittergefahr auf den Grat, denn Kreuz und offener Kamm bieten keinen Schutz. Das schönste Fotolicht herrscht morgens und am späten Nachmittag, wenn die Bergwiesen plastisch wirken.
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