Historische Orte
Kruszwica, Kujawien-Pommern
Die Piastenroute ist eine Touristenstraße durch Großpolen und Kujawien, die den Reisen der ersten polnischen Herrscher und ihrer Höfe zwischen den damaligen Hauptburgen folgt. Sie führt von Poznań (Posen) über Ostrów Lednicki und Gniezno (Gnesen) nach Kruszwica und Włocławek, eine zweite Linie verbindet Biskupin, Giecz und Kalisz. 2012 erhielt die Route das Zertifikat der Polnischen Tourismusorganisation für das beste touristische Produkt.
Fahrten auf der Piastenroute gab es schon Anfang der 1960er-Jahre, vor allem für Betriebe und Schulklassen; populär wurden sie durch die Feiern zum Millennium des polnischen Staates 1966. 1976 startete die Woiwodschaft Posen ein Programm zur Restaurierung der Denkmäler zwischen Poznań und Gniezno: Entlang der alten Straße E261 entstanden historische Windmühlen, Haltestellenhäuschen, Holzskulpturen und Wegweiser im Piastenstil. Seit 2016 entwickelt ein Tourismuscluster aus 19 großpolnischen Kommunen die Route weiter.
Die erste Strecke führt von Poznań über Pobiedziska, Ostrów Lednicki, Gniezno, Trzemeszno, Mogilno, Strzelno, Kruszwica, Inowrocław, Płowce und Brześć Kujawski nach Włocławek. Laut Routenbeschreibung umfasst sie 15 Orte und 30 Objekte. Die zweite Strecke verläuft von Nord nach Süd: Wągrowiec, Łekno, Żnin, Wenecja, Biskupin, Gniezno, Grzybowo, Giecz, Ląd, Konin und Kalisz. Die Route ist vor allem für Auto und Bus gedacht, parallel verläuft der Piasten-Radweg.
An der Route liegen acht nationale Geschichtsdenkmäler, darunter Ostrów Lednicki, der Dom von Gniezno, Biskupin, das Kloster Strzelno und die Kathedrale von Włocławek.
Kruszwica gilt als legendäre Hauptstadt Polens. Der Mäuseturm ist der Rest einer gotischen Burg aus der Zeit Kasimirs des Großen, die in der schwedischen Sintflut zerstört und Ende des 18. Jahrhunderts abgetragen wurde. Mit ihm verbindet sich die Sage vom bösen Fürsten Popiel, den Mäuse zu Tode bissen, und von Piast, dem Vater Siemowits, des Ahnherrn der Dynastie. Gallus Anonymus verlegte das Geschehen nach Gniezno; erst die spätere Großpolnische Chronik knüpfte es an Kruszwica. Der Gopło-See misst 2.154 ha und ist rund 25 km lang; einst war er viel größer und hieß „Mare Polonorum".
Die Route ist weitläufig, teilen Sie sie daher am besten in mehrere Tagesausflüge mit Standort in Poznań, Gniezno oder Inowrocław. Laden Sie vorab die Augmented-Reality-App der Route herunter, die die Denkmäler mit 50 3D-Objekten und 18 animierten Szenen zum Leben erweckt. Kurz vor Ende des Schuljahres findet das „Wochenende auf der Piastenroute" mit historischen Paraden, Konzerten Alter Musik und Verkostungen piastischer Speisen statt. Öffnungszeiten von Museen und Reservaten prüfen Sie am besten auf deren Websites, da viele saisonal geöffnet sind.
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