Historische Orte
Łódź
Der Bahnhof Radegast in Lodz (Łódź) ist der ehemalige Güterbahnhof, von dem die deutschen Besatzer die Juden aus dem Getto Litzmannstadt in die Vernichtungslager Kulmhof (Chełmno nad Nerem) und Auschwitz-Birkenau deportierten. Heute ist er eine der wichtigsten Holocaust-Gedenkstätten Polens, Teil des Denkmals für die Opfer des Gettos Litzmannstadt und Außenstelle des Museums der Unabhängigkeitstraditionen. Ein stiller, bewegender Ort, der zu jedem Besuch in Lodz dazugehört.
Lodz liegt in der Mitte Polens, rund 130 Kilometer südwestlich von Warschau (mit dem Zug etwa anderthalb Stunden); aus Berlin führt die A2 nach Lodz. Der Bahnhof liegt in der Aleja Pamięci Ofiar Litzmannstadt Getto 12 im Stadtteil Marysin, etwa 4 Kilometer nördlich des Zentrums. Am einfachsten kommst du mit dem Taxi oder dem öffentlichen Nahverkehr (MPK Łódź) hin – aktuelle Verbindungen findest du in der Fahrplanauskunft. Ein Teil der Gedenkstätte liegt im Freien.
Die deutsche Besatzungsmacht benannte Lodz 1940 in „Litzmannstadt“ um und richtete dort ein Getto ein, in das sie rund 220.000 Juden sowie Roma sperrte. Das hölzerne Bahnhofsgebäude entstand 1941. Zunächst wurden hier Lebensmittel und Rohstoffe für das Getto und seine Arbeitsstätten umgeschlagen. Ab Januar 1942 wurde Radegast zum Umschlagplatz: Von hier fuhren die Transporte nach Kulmhof und Auschwitz-Birkenau. Nach Angaben des Lodzer Fremdenverkehrsamts gingen rund 145.000 Menschen durch diesen Bahnhof. Im Getto selbst starben fast 45.000 Menschen, überlebt haben nach unterschiedlichen Schätzungen 7.000 bis 13.000.
Das Denkmal nach einem Entwurf des Architekten Czesław Bielecki entstand 2004. Seit 2006 befindet sich im Bahnhofsgebäude eine Museumsabteilung, 2019 wurde eine Sanierung abgeschlossen.
Plane etwa 1 bis 1,5 Stunden ein.
Gesonderte Winterzeiten werden nicht angegeben. Der Eintritt kostet 12 PLN, ein Ticket für alle Abteilungen des Museums 20 PLN (sieben Tage gültig). Mittwochs ist der Eintritt frei. Für Gruppen bis 25 Personen gibt es Führungen auf Polnisch und Englisch; deutschsprachige Führungen nennt das Museum nicht. Manche Reiseportale nennen noch ältere Zeiten und freien Eintritt – maßgeblich ist die Website des Museums.
Ja – gerade für Besucher aus Deutschland und Österreich, denn im Herbst 1941 wurden Juden aus Städten wie Berlin, Wien, Prag, Köln, Frankfurt am Main und Hamburg in das Getto Litzmannstadt deportiert – viele von ihnen wurden später über Radegast in die Vernichtungslager gebracht. Ganz in der Nähe liegt der Neue Jüdische Friedhof in der Ulica Bracka, und das Museum betreut auch die Kuźnia Romów, ein Gebäude aus dem ehemaligen „Zigeunerlager“ im Getto.
Pon.–czw. 10:00–16:00, sob.–nd. 10:00–17:00, pt. nieczynne (wg strony Muzeum Tradycji Niepodległościowych, bez odrębnych godzin zimowych).
Bilet indywidualny 12 zł; bilet do wszystkich oddziałów MTN 20 zł (7 dni); w środy wstęp bezpłatny.
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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Geprüft: Oktober 2026