Berge & Gipfel
Szczyrk, Schlesien
Der Skrzyczne (1257 m) ist der höchste Gipfel der Schlesischen Beskiden und gehört zur „Krone der polnischen Berge“, der Liste der höchsten Erhebungen aller polnischen Gebirgszüge. Über dem Saybuscher Becken (Kotlina Żywiecka) ragt er als einzelner, fast 800 Meter hoher Block auf, und seine Silhouette mit dem 87 Meter hohen Rundfunk- und Fernsehmast erkennt man schon von Weitem — sogar aus den Saybuscher Beskiden und der Tatra. Hinauf geht es über mehrere Wanderwege oder mit dem Sessellift aus Szczyrk.
Woher kommt der Name? In der „Saybuscher Chronik“ aus dem 18. Jahrhundert hielt der Vogt von Żywiec, Andrzej Komoniecki, eine Sage fest: In der Mulde zwischen Skrzyczne und Małe Skrzyczne lag ein Teich mit dunklem, von Binsen überwachsenem Wasser. Die Frösche darin quakten so laut, dass man sie abends weithin hörte. Von diesem Quaken — polnisch skrzeczenie — soll der Berg seinen Namen haben. Den Teich gibt es längst nicht mehr, die Sage lebt weiter.
Das Massiv besteht aus dicken Schichten Godula-Sandstein und fällt sehr steil zum Tal der Żylica und zum Saybuscher Becken ab. An den Nordhängen liegen ausgedehnte Blockfelder — Spuren der Frostverwitterung aus der Eiszeit, heute teils bewaldet. Seit Ende der 1960er-Jahre wurden hier rund 20 kleine Spaltenhöhlen entdeckt. Die größte, die Spinnenhöhle (Jaskinia Pajęcza), hatte 61 m Gänge, ist aber seit dem Einsturz des Eingangs unzugänglich. Am Skrzyczne wächst zudem der in Polen seltene Mährische Eisenhut.
Direkt unter dem Gipfel steht die PTTK-Hütte Skrzyczne, daneben ein Kinderbecken, eine Kletterwand und ein Sportplatz. Aus Szczyrk führt ein zweiteiliger Sessellift hinauf. Im Winter gehören die Hänge zum Skigebiet COS — insgesamt 14 km Pisten, darunter eine FIS-Strecke. Im Sommer übernehmen Mountainbiker: Auf den Downhill-Strecken fanden unter anderem Weltcuprennen 2024–2025 statt. Der Osthang über dem Saybuscher See ist ein bekannter Startplatz für Gleitschirmflieger.
Der Skrzyczne ist ein Knotenpunkt markierter Wege. Ungefähre Aufstiegszeiten:
Vom Gipfel führt der rote Weg weiter zur Barania Góra (ca. 2:45 Std.) oder über die Malinowska Skała zum Salmopolska-Pass (ca. 2:15 Std.).
Am meisten haben Sie von einer Kombination: mit dem Sessellift hinauf und zu Fuß über die Alm Jaworzyna hinunter — oder umgekehrt. Für eine ganze Runde ab Szczyrk sollten Sie einen halben Tag einplanen. Das Panorama von den Saybuscher Beskiden bis zur Tatra ist bei klarer Luft am besten, also im Herbst und an frostigen Wintertagen. Prüfen Sie vorab die Betriebszeiten des Lifts, da er bei starkem Wind stillstehen kann. Oben weht es meist kräftiger als im Tal, eine zusätzliche Schicht im Rucksack lohnt sich.
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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