Märkte & Altstädte
Zielona Góra, Lebus
Der Alte Markt in Zielona Góra – dem früheren Grünberg in Schlesien – ist seit dem Mittelalter das Zentrum der Stadt: ein Platz rund um das Rathaus mit seinem leicht schiefen, 54 m hohen Turm, gesäumt von farbigen Bürgerhäusern und bevölkert von Dutzenden kleiner Bronzefiguren des Weingottes Bacchus. Weil die Stadt 1945 kampflos besetzt wurde, blieb die historische Bebauung erhalten. Für Weinfreunde und alle, die Schlesien jenseits der großen Städte entdecken wollen, ist der Markt die wichtigste der Sehenswürdigkeiten.
Zielona Góra liegt rund 160 km östlich von Berlin, 130 km südlich von Posen (Poznań) und 160 km nordwestlich von Breslau (Wrocław). Aus Berlin fährst du über die A12/A2 zum Grenzübergang Frankfurt (Oder)–Świecko und dann auf der Schnellstraße S3 nach Süden; aus Dresden bzw. Görlitz geht es über die A4 und Landstraßen. Vom Bahnhof sind es etwa 1,5 km zu Fuß bis zum Markt.
Der Überlieferung nach holte Herzog Heinrich der Bärtige um 1222 Siedler aus Flandern hierher; eine Gründungsurkunde ist jedoch nicht erhalten. Als Stadt wird Grünberg 1312 erwähnt, Weinberge bereits 1314. Über Jahrhunderte prägte der Weinbau die Stadt, die bis 1945 zum deutschen Schlesien gehörte. Am 14. Februar 1945 nahm die Rote Armee Grünberg kampflos ein – daher ist die Altstadt, anders als in vielen Städten der Region, weitgehend erhalten. Seit den 1960er-Jahren ist sie autofrei; die Fußgängerzone gehört zu den längsten in Polen.
Das Rathaus in der Platzmitte hat einen gotischen Kern aus dem 15. Jahrhundert, wurde nach mehreren Bränden umgebaut und 1742 sowie 1846 um Flügel erweitert. Sein Turm wurde 1582 auf 54 m erhöht und trägt eine barocke Haube mit drei Laternen. Seit 1801 neigt er sich wegen eines Baufehlers leicht – gut zu sehen von der ul. Krawiecka aus. Jeden Mittag erklingt vom Turm die Hymne des Lebuser Landes. Im Keller gab es schon 1639 einen Weinausschank, heute befindet sich im Rathaus die Touristeninformation.
Seit 2010 tauchen in der Stadt kleine Bronzefiguren von Bacchus' Gehilfen auf, die Bachusiki – die meisten am Markt und in seiner Nähe. Die Suche ist kostenlos, eine Karte gibt es in der Touristeninformation. Höhepunkt des Jahres ist das Winzerfest (Winobranie) in der ersten Septemberhälfte: Dann verwandelt sich der Markt in ein Weindorf mit Ständen der regionalen Weingüter.
Die Platzwände bilden vor allem Bürgerhäuser des 18. und 19. Jahrhunderts in Pastellfarben, unten Cafés, Restaurants und Weinstuben. Von den Ecken gehen Altstadtgassen wie Krawiecka, Mariacka oder Kościelna ab – ein Blick nach oben lohnt sich wegen der verzierten Fassaden. Abends, wenn das Rathaus angestrahlt wird, ist die Stimmung besonders schön.
Ja – etwa als Zwischenstopp auf dem Weg von Berlin nach Breslau oder zum Weinfest. Der Platz ist rund um die Uhr frei zugänglich, Eintritt fällt nicht an. Plane 1–2 Stunden für Markt und Fußgängerzone ein, mit Figurensuche und Museum einen halben Tag. Das Pflaster ist eben und kinderwagenfreundlich. Bezahlt wird in Złoty (PLN).
Wenige Gehminuten entfernt liegen die Konkathedrale St. Hedwig, die Kirche der Muttergottes von Tschenstochau (ehemals evangelisch), der Badeturm (Wieża Łaziebna) mit einem Stück Stadtmauer und das Museum des Lebuser Landes mit einer Ausstellung zum Weinbau. Oberhalb des Zentrums liegt der Weinpark mit Palmenhaus.
Eintritt frei
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Geprüft: Oktober 2026