Kirchen & Klöster
Am Rande des Fürstlichen Parks in Sagan, an einer Biegung der Bober, steht die neugotische Heilig-Kreuz-Kirche — einst das Mausoleum der Herzöge von Sagan. Die Geschichte reicht bis ins 13. Jahrhundert zurück, als außerhalb der Stadtmauern eine Laurentiuskapelle bei einem Hospital für Aussätzige stand, das Augustiner betreuten.
In den Jahren 1334 und 1335 stiftete Herzogin Mathilde, Gemahlin Heinrichs IV. von Glogau und Sagan, hier eine gotische Kirche. Der Überlieferung nach soll ein Hochwasser der Bober ein großes hölzernes Kreuz freigelegt haben, das man als Reliquie in die Kirche brachte — daher das heutige Patrozinium. Im 17. Jahrhundert kam die Kirche an die Protestanten, hundert Jahre später war sie so baufällig, dass der Verfall drohte.
Den Wandel brachten die Jahre 1845 bis 1849, als Herzogin Dorothea de Talleyrand-Périgord die Kirche im neugotischen Stil als Familiengrab umbauen ließ. Der Entwurf von Leonhard Dorst von Schatzberg brachte dem Architekten einen Orden vom preußischen König ein; die Innenausstattung schufen der Maler Karl Joseph Begas, der Bildhauer Bernhard Afinger und der Glasmaler Carl Samuel Scheinert, und rund 100 Handwerker aus Sagan und Umgebung waren beteiligt.
Im Kirchenschiff stehen die Marmorsarkophage der Herzogin Dorothea und ihres Sohnes Napoleon Ludwig. Die Kirche ist eine Filiale der Pfarrei St. Joseph; das Innere kann nach vorheriger telefonischer Vereinbarung besichtigt werden. In der Nähe liegt das Schloss der Herzöge — beide Denkmäler verbindet man am besten zu einem Spaziergang durch den Park.
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