Märkte & Altstädte
Żary (Sorau), Lebus
Der Marktplatz (Rynek) in Żary (Sorau) ist das Zentrum der größten Stadt der polnischen Lausitz, die laut Statistischem Hauptamt (2021) 36.004 Einwohner zählt. In der Mitte des Platzes steht ein freistehendes Rathaus, dessen gemauerte Anfänge in die erste Hälfte des 14. Jahrhunderts zurückreichen, ringsum Bürgerhäuser aus dem 17. bis 19. Jahrhundert und eine Bank zu Ehren von Georg Philipp Telemann, der hier seine Laufbahn als Hofkapellmeister begann.
Żary erhielt 1260 das Stadtrecht, das erste gemauerte Rathaus entstand in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Seine heutige Gestalt verdankt das Gebäude dem Wiederaufbau nach den Bränden von 1523, 1617, 1684 und 1690. 1700 ersetzte man den hölzernen Turm durch einen quadratischen Backsteinturm mit Zeltdach. 1830–1845 wurden die Laubengänge zugemauert und die kleinen Häuser armer Händler, die früheren Krambuden am Rathaus, in den Baukörper einbezogen. Ein Umbau in den Jahren 1920–1926 nahm dem Bau den größten Teil seines Renaissancecharakters. Nach Kriegsschäden wurde das Rathaus 1961–1966 instand gesetzt, die Fassade 1997 erneuert, Innenräume und Dach 2010.
Telemann kam 1704 auf Einladung des Grafen Erdmann II. von Promnitz aus Leipzig nach Sorau und leitete bis 1708 die Hofkapelle. In Werken aus dieser Zeit tauchen Motive polnischer Volksmusik auf. Laut der städtischen Telemann-Website verliebte er sich am Sorauer Hof in Amalia Louise Juliane Eberlin, eine Hofdame der Gräfin, die 1706 hierherkam. Außerdem lernte er hier den Dichter Erdmann Neumeister kennen und vertonte dessen Texte.
Eintritt frei
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