Denkmäler & Hügel
Żary (Sorau), Lebus
Auf dem Marktplatz von Żary, neben dem Rathaus und vor dem Kunstausstellungssalon, sitzt ein Barockkomponist mit Geige auf einer Bronzebank. Die Bank von Georg Philipp Telemann wurde am 17. April 2010 enthüllt, zum 750-jährigen Stadtjubiläum, im Rahmen des Projekts „Telemann in Żary“, kofinanziert aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung. Auf der Rückenlehne stehen die Jahre 1704–1708 – so lange dauerte das Sorauer Kapitel im Leben des Musikers.
Auf Einladung des Grafen Erdmann II. von Promnitz kam Telemann 1704 aus Leipzig nach Sorau (Żary) und war hier bis 1708 Hofmusiker und Kapellmeister. Der Promnitzsche Hof galt als einer der glänzendsten sächsisch-polnischen Magnatenhöfe; seine feste Kapelle bestand aus polnischen, tschechischen und deutschen Musikern. Mit dem Grafen hielt sich der Komponist auch in der zweiten Residenz der Familie in Pless (Pszczyna) auf und reiste durch das Land.
In Sorau und Pless lernte Telemann polnische Musik kennen – höfische wie volkstümliche – sowie sorbische und hannakische. Ihr Echo klingt in vielen späteren Werken nach, etwa in Violinsonaten und der „Partie polonaise“. Hier begegnete er auch dem Theologen und Dichter Erdmann Neumeister, der die Texte zu vielen seiner Kantaten schrieb. 1709 kehrte er zur Hochzeit nach Sorau zurück: In der Schlosskapelle heiratete er Amalie Louise Juliane Eberlin, Hofdame der Gräfin Promnitz.
Telemann wurde 1681 in Magdeburg geboren und starb am 25. Juni 1767 in Hamburg, wo er jahrzehntelang die Kirchenmusik leitete. Als Kind brachte er sich das Spielen selbst bei – seine Mutter nahm ihm alle Instrumente weg und schickte ihn auf die Schule in Zellerfeld, in der Hoffnung auf einen ernsthafteren Beruf. Er schrieb mehr als 3000 Werke, von denen viele verloren sind.
Eintritt frei
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