Märkte & Altstädte
Skała, Kleinpolen
In der Mitte des Platzes steht ein ungewöhnliches Denkmal: eine Bronzegruppe – ein Herzog, Nonnen, ein Reitergefolge –, erstarrt in dem Moment, in dem die Stadt entstand. Skała gehört zu den ältesten Städten Kleinpolens, ihr Marktplatz mit den abzweigenden Gassen hat die mittelalterliche Anlage bewahrt. Für die meisten Besucher ist er nur ein Halt auf dem Weg nach Ojców – schade, denn die Geschichte dieses Platzes ist spannender, als sein ruhiges Bild vermuten lässt.
Die Gründungsurkunde stellte Herzog Bolesław der Schamhafte am 10. November 1267 aus, die treibende Kraft war jedoch seine Schwester Salomea, Klarissin und später Selige, die die Schwestern ins nahe Grodzisko geholt hatte. Als Lokator wählte sie Ditmar Wolk, zuvor Vogt von Krakau. Skała war eine Klosterstadt an der Route von Krakau nach Schlesien; eine Zollstelle ist hier schon 1257 belegt, Bier aus Skała wurde 1424 nach Krakau geliefert.
In der Nacht vom 4. auf den 5. März 1863 griffen Aufständische des Januaraufstands unter Marian Langiewicz die auf dem örtlichen Friedhof lagernden Russen an und vertrieben sie nach dreistündigem Kampf. Ein Soldatenlied erinnert daran mit dem Vers, die Russen würden sich noch lange an die Prügel „in Skała“ erinnern. 1870 verlor Skała das Stadtrecht und erhielt es erst 1987 zurück.
Den Platz umrunden Sie in 20–30 Minuten. Von Skała ist es nicht weit zur Einsiedelei der seligen Salomea in Grodzisko (etwa 2 km) und nach Ojców – ein guter Startpunkt für einen Ausflug in den Jura. Busse aus Krakau fahren bis zum Marktplatz (u. a. Stadtlinie 267 ab Krowodrza Górka), Sie können also auch ohne Auto anreisen.
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