Märkte & Altstädte
Lublin
Der Marktplatz von Lublin (Rynek) ist das Herz der Lubliner Altstadt – ein unregelmäßiger Platz mit bunten Bürgerhäusern, in dessen Mitte das klassizistische Krontribunal steht, das frühere Rathaus und einstiger Sitz des obersten Adelsgerichts Kleinpolens. Heute laden Cafés, Feste und eine unterirdische Route durch alte Kaufmannskeller zum Verweilen ein. Wer die Sehenswürdigkeiten von Lublin entdecken will, beginnt am besten hier.
Lublin liegt im Osten Polens, rund 170 km südöstlich von Warschau; der Zug braucht etwa zwei Stunden. Die Stadt hat einen kleinen Flughafen in Świdnik. Mit dem Auto aus Deutschland führt der Weg über Warschau oder über Breslau (Wrocław) und Krakau (Kraków) – rechne mit einer langen Tagesetappe. Vom Bahnhof sind es etwa 2 km bis zur Altstadt (Bus, Oberleitungsbus oder Taxi). Die Altstadt ist weitgehend Fußgängerzone: Parke außerhalb und gehe durch das Krakauer Tor hinein.
Angelegt wurde der Platz, als König Władysław Ellenlang (Łokietek) Lublin 1317 das Magdeburger Stadtrecht verlieh – deutsches Stadtrecht prägte damals viele polnische Stadtgründungen. Der Platz misst etwa 62 × 72 m, sechs Straßen münden in ihn. 1389 entstand in der Mitte das Rathaus.
Nach dem großen Brand von 1575 ersetzten Kaufleute die Holzhäuser durch prächtige Steinbauten. 1578 wurde Lublin Sitz des Krontribunals, des höchsten Berufungsgerichts für den Adel Kleinpolens; das Rathaus wurde dafür umgebaut und heißt seither „Trybunał“. Seine heutige klassizistische Gestalt erhielt es in den 1780er-Jahren nach Plänen von Domenico Merlini, dem Hofarchitekten des Warschauer Łazienki-Palasts.
Im Zweiten Weltkrieg wurde die Südseite schwer zerstört, die Häuser Nr. 16–20 lagen in Trümmern und wurden nach dem Krieg wiederaufgebaut. Die gesamte Altstadt ist heute als polnisches Geschichtsdenkmal (Pomnik Historii) geschützt.
Unter dem Platz liegt ein Labyrinth alter Kaufmannskeller. Die Lubelska Trasa Podziemna beginnt im Tribunal und führt etwa 280–300 m unter den Häusern hindurch bis zum Platz der ehemaligen Pfarrkirche St. Michael. Die Führung dauert rund 40 Minuten. Aktuelle Öffnungszeiten, Preise und fremdsprachige Führungen konnten wir beim Betreiber nicht bestätigen – informiere dich vorab (Infos veröffentlicht das Zentrum „Brama Grodzka – Teatr NN“).
Lublin spielte eine große Rolle in der polnischen Geschichte: 1569 wurde hier die Lubliner Union geschlossen, die Polen und Litauen zu einer gemeinsamen Adelsrepublik vereinte. Die Grodzka-Straße führt vom Marktplatz zum Grodzka-Tor, dem früheren Durchgang zwischen der christlichen Stadt und dem jüdischen Viertel am Fuß des Schlosses. Dieses Viertel wurde im Zweiten Weltkrieg unter deutscher Besatzung fast vollständig zerstört; seine jüdischen Bewohner wurden ermordet. Ein Spaziergang über das Tor hinaus hilft zu verstehen, wie vielfältig das Lublin vor dem Krieg war.
Architekturfans und Fotografen kommen hier voll auf ihre Kosten, Kinder mögen meist die Kellerroute. In den Cafés und Restaurants rund um den Platz kannst du mittags oder abends einkehren; im Sommer stehen die Tische direkt auf dem Pflaster. Bezahlt wird in Złoty (PLN), Kartenzahlung ist in Polen sehr verbreitet.
Der Marktplatz ist rund um die Uhr frei zugänglich, Eintritt frei (Stand: Oktober 2026). Für Fotos ohne Menschen komm früh morgens, abends sind die Fassaden schön beleuchtet. Im Sommer finden hier große Feste statt – die Nacht der Kultur, das Straßenkunstfestival Carnaval Sztukmistrzów und der Jagiellonische Jahrmarkt.
Ja. Lublin ist weit weniger überlaufen als Krakau und wirkt deshalb besonders authentisch. Plane 2–3 Stunden ein, um den Platz mit der unterirdischen Route, der Dominikanerbasilika und dem Dreifaltigkeitsturm (Wieża Trynitarska) zu verbinden, von dem du über die Dächer der Altstadt blickst. Kopfsteinpflaster und Steigungen erschweren den Weg mit Rollstuhl oder Kinderwagen.
In zehn Gehminuten erreichst du das Grodzka-Tor und das Lubliner Schloss mit der gotischen Dreifaltigkeitskapelle. Die Gedenkstätte Majdanek auf dem Gelände des ehemaligen deutschen Konzentrationslagers liegt eine kurze Busfahrt vom Zentrum entfernt – ein bedrückender, aber wichtiger Ort der Erinnerung.
Plac miejski dostępny całą dobę.
Wstęp wolny (płatna jest Lubelska Trasa Podziemna).
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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Geprüft: Oktober 2026