Gärten
Sosnowiec, Schlesien
Am Ufer der Czarna Przemsza, nur wenige hundert Meter vom Zentrum Sosnowiecs entfernt, steht das älteste Gebäude der Stadt: das Schloss Sielec (Zamek Sielecki), dessen Anfänge bis ins 15. Jahrhundert reichen. Rundherum erstreckt sich der Sielecki-Park, mehr als 20 Hektar Grün, angelegt im 19. Jahrhundert von der Familie Renard. Jahrzehntelang war das Gelände privat und nur mit Passierschein zugänglich. Heute steht der Park allen offen, und im Schloss befindet sich eine Kunstgalerie.
Ein befestigter Bau in Sielec wird erstmals 1403 erwähnt. 1620 vollendete Sebastian Minor hier einen gemauerten Sitz mit vier Flügeln und Ecktürmen, woran eine bis heute erhaltene Tafel in der Schlosskapelle erinnert. Die Besitzer wechselten oft: Zeitweise gehörte das Schloss einem preußischen General, später dem Fürsten von Pless. Nach einem Brand im Jahr 1824 wurde es wieder aufgebaut, dabei riss man jedoch den Ostflügel mit dem Tor ab und schüttete die Gräben zu. So entstand die heutige Hufeisenform mit offenem Hof.
1856 kaufte Graf Andrzej Renard das Gut Sielec für seinen Sohn Jan. Das Schloss erhielt ein repräsentatives Aussehen, und ringsum entstand ein Landschaftspark im englischen Stil. Ab 1875 kümmerte sich Gutsverwalter Ludwik Mauve um die Anlage, weshalb man vom Mauve-Park oder Renard-Park sprach. Eine zwei Meter hohe Kalksteinmauer umgab das Gelände, Parkwächter kontrollierten die Tore.
Nach dem Zweiten Weltkrieg saßen im Schloss Büros eines Bergwerks, von 1981 bis 1995 ein Museum für zeitgenössisches Glas. 1995 wurde das baufällige Gebäude geschlossen und nach der Sanierung 1999–2002 als Kunstzentrum Sosnowiec – Schloss Sielec wiedereröffnet.
Die Czarna Przemsza teilt den Park in einen alten Teil (10,4 ha) und einen neuen Teil (9,84 ha). Hier wachsen rund 60 Baum- und Straucharten, zwölf Bäume sind Naturdenkmäler, darunter Spätpappeln mit 3 bis 5 Metern Stammumfang, Ulmen, eine Eiche und ein Trompetenbaum. Achten Sie auf Reste der alten Umfriedung: zwei kleine Backsteintürme, einer davon am Fluss im alten Parkteil. An den Wegen bei der Musikschule steht ein Denkmal des jungen Jan Kiepura, des in Sosnowiec geborenen Operntenors.
Der Park ist frei zugänglich. Die Ausstellungen im Schloss (ul. Zamkowa 2) sind dienstags bis freitags von 10:00 bis 18:00 Uhr und samstags und sonntags von 15:00 bis 19:00 Uhr geöffnet (Ticketverkauf bis 18:30 Uhr), montags ist geschlossen. Ein Normalticket kostet 15 PLN, ermäßigt 10 PLN. Am Eingang gibt es zwei Gästeplätze, etwa 20 Meter weiter vor dem ehemaligen Winterstadion einen großen Parkplatz. Rund um das Schloss parken Sie kostenlos.
Für einen Spaziergang durch beide Parkteile und den Schlossbesuch sollten Sie 1,5 bis 2 Stunden einplanen. Familien finden hier einen Spielplatz, eine 1,5 Kilometer lange Inlineskate-Runde und ein 2023 eröffnetes Gradierwerk.
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