Paläste
Warschau, Masowien

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Audio-Spaziergang durch Warschau — 13 Stationen, 2 davon kostenlos anhören
13 Stationen 90 Min. 2,9 km
Fast hundert Jahre lang wurden von hier aus die Entfernungen von Warschau gemessen, und am 2. November 1830 gab Fryderyk Chopin hier sein Gepäck bei der Post auf – ohne zu ahnen, dass er Polen für immer verließ. Das Wessel-Palais (Pałac Wesslów), auch Sächsische Post genannt, steht an der Krakowskie Przedmieście 25, Ecke Trębacka und Kozia, gegenüber dem Denkmal für Adam Mickiewicz. Heute sitzen hier Behörden, doch die Fassaden erzählen ein spannendes Stück Geschichte des Königswegs.
Das spätbarocke Palais entstand vermutlich 1746–1752 für die Familie Załuski, möglicherweise nach Plänen von Jakub Fontana. 1761 kaufte es der Kronschatzmeister Teodor Wessel, von dem der Name stammt, und verkaufte es drei Jahre später an Bischof Antoni Ostrowski. 1780 wurde das Gebäude für die Post erworben, die hier bis 1874 ihre Hauptstation betrieb. Sie hielt die Verbindung nach Sachsen, daher der Name Sächsische Post. Hinter dem Haus standen Remisen und Ställe für die Postpferde, von hier fuhren die Postkutschen ab.
1882 wurde bei der Verbreiterung der Ulica Trębacka das angrenzende Eckhaus abgerissen. 1883–1884 bauten Aleksander Woyde und Władysław Marconi das Palais grundlegend um: Sie schrägten die Ecke ab, gaben der Seite zur Trębacka eine neue Fassade und setzten ein drittes Geschoss auf. Ab 1887 waren hier unter anderem die Redaktionen der Zeitung „Kurier Codzienny“ und der Zeitschrift „Tygodnik Ilustrowany“ untergebracht. 1944 brannte das Palais aus, doch Mauern und ein Teil der Ausstattung blieben erhalten; 1947 wurde es nach Plänen von Jan Bieńkowski wiederaufgebaut.
Das Palais sehen Sie nur von außen: Heute befindet sich hier unter anderem die Staatsanwaltschaft, eine Besichtigung ist nicht möglich. Bei einem Spaziergang über den Königsweg genügen 5–10 Minuten. Stellen Sie sich an das Mickiewicz-Denkmal, um die ganze Fassade zu sehen, und werfen Sie dann einen Blick in die schmale Ulica Kozia, die von hier zum Primaspalast an der Ulica Senatorska führt. Im Umkreis weniger hundert Meter liegen die Karmeliterkirche, der Präsidentenpalast und das Potocki-Palais.
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