Kirchen & Klöster
Die Warschauer Seminarkirche, offiziell Kirche Mariä Himmelfahrt und des heiligen Josef, ist ein barocker Sakralbau an der Krakowskie Przedmieście. Sie ist ein ruhiger, oft übersehener Halt am Königsweg mit eindrucksvoller klassizistischer Fassade und reicher Ausstattung.
Die Kirche wurde 1661–1681 für die Unbeschuhten Karmeliten nach einem Entwurf von Isidoro Affaita dem Älteren erbaut; auch andere bedeutende Architekten der Epoche waren beteiligt. Nach dem Umbau von 1724 entwarf Efraim Szreger die Fassade. Sie wurde 1779 vollendet und war die erste steinerne klassizistische Fassade Warschaus.
Über dem Portal aus schwarz-grünem Marmor sieht man das Wappen der Radziwiłł, während den Giebel eine Kupferkugel mit vergoldeter Hostie und Schlange krönt — ein Glaubenssymbol, bekannt als Karmeliterkugel. Im Inneren lohnen der Josephsaltar aus dem 18. Jahrhundert, die vermutlich aus dem Umkreis Tylman van Gamerens stammende Kanzel, zehn Seitenaltäre und die Kapelle des Heiligen Grabes besondere Aufmerksamkeit.
Die Adresse lautet Krakowskie Przedmieście 52/54. Die Kirche ist ein aktiver Rektoratskirche ohne regelmäßige touristische Besuchszeiten; das Innere daher am besten im Zusammenhang mit einem Gottesdienst und mit Rücksicht auf die Liturgie besichtigen. Aktuelle Angaben nennen Messen werktags um 7:00 und 18:30, sonntags und an Feiertagen um 9:30, 11:00, 12:30 und 18:30. Für den Besuch 20–30 Minuten einplanen und danach den Königsweg weiter erkunden.
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