Paläste
Das Schloss in Pławniowice, zwischen Gleiwitz und Kędzierzyn-Koźle, ist eines der markantesten Bauwerke Oberschlesiens: eine dreiflügelige Residenz aus rotem Ziegel unter einem steilen graphitfarbenen Dach, geschmückt mit Türmchen, Fialen und Lukarnen. Es entstand in den Jahren 1882 bis 1885 als Sitz der Familie Ballestrem; Baumeister und Entwurfsverfasser war Konstanty Heidenreich aus Kopic bei Grodków. Der Stil — niederländischer Neomanierismus mit neugotischen Zutaten — hebt es von anderen schlesischen Residenzen ab.
Zum Ensemble gehört die Kapelle der Unbefleckten Empfängnis, die am 15. Oktober 1885 konsekriert wurde und heute als Pfarrkirche dient. Erhalten sind repräsentative Säle: der Grüne Saal, der im Rokoko gestaltete Rosa Saal, das frühere Gräfliche Kabinett und der Speisesaal, heute Konzertraum; in einem Raum werden Erinnerungsstücke von Missionsreisen gesammelt. Ergänzt wird die Anlage durch Wirtschaftsgebäude im selben Stil mit Offizin, Stall und Wagenremise sowie einen 2,4 Hektar großen Landschaftspark mit einer großen Magnolie am Schloss.
Die Schloss- und Parkanlage gehört der Diözese Gleiwitz, die hier ein Bildungszentrum betreibt. Park und Innenräume sind gegen Gebühr zugänglich; die Schlosssäle können nur an ausgewählten Wochentagen und für wenige Stunden besichtigt werden, daher lohnt sich ein Blick auf den Stundenplan vor dem Besuch. Für den Parkspaziergang reicht das Basisticket. In der Nähe liegt der Stausee Pławniowice, ein beliebtes Bad- und Angelrevier, sodass sich der Schlossbesuch gut mit einer Pause am Wasser verbinden lässt.
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