Paläste
Oleśnica Mała, Niederschlesien
Schloss Klein Öls (Oleśnica Mała) ist eine barocke Residenz rund 13 km südlich von Ohlau (Oława) in Niederschlesien — errichtet an der Stelle der ersten Templerkommende Schlesiens. Fast fünf Jahrhunderte gehörte der Besitz den Johannitern, ab 1814 der Familie Yorck von Wartenburg. Ihr bekanntester Nachfahre, Peter Graf Yorck, wurde nach dem Attentat vom 20. Juli 1944 hingerichtet. Die Innenräume sind nicht regulär zugänglich, doch Park, Mausoleum und Laurentiuskirche lohnen einen Abstecher.
1189 ließ Herzog Bolesław I. der Lange hier ein Jagdschloss errichten. Um 1220–1226 übergaben Herzog Heinrich I. der Bärtige und die heilige Hedwig das Dorf den Templern; Ritter aus Klein Öls kämpften 1241 in der Schlacht bei Liegnitz (Legnica). Nach der Auflösung des Ordens 1312 übernahmen die Johanniter, die 1377 von Herzog Ludwig I. von Brieg die Erlaubnis zum Burgbau erhielten. Nach Zerstörungen durch die Schweden 1642 und einem Brand 1706 entstand 1706–1711 unter Komtur von Dittrichstein der barocke Bau.
Nach der Säkularisation 1810 schenkte König Friedrich Wilhelm III. das Gut 1814 Feldmarschall Ludwig Yorck von Wartenburg für seine Verdienste in den Befreiungskriegen — in Deutschland ist Yorck vor allem durch die Konvention von Tauroggen (1812) bekannt. Die Familie fügte einen vierten Flügel (1815–1820), eine Orangerie (1872) und den Sophienturm (1904–1905) hinzu; das Mausoleum von 1828–1829 entwarfen Karl Friedrich Schinkel und Carl Ferdinand Langhans. Die Schlossbibliothek mit rund 120.000 Bänden wurde 1945 zerstreut. Peter Graf Yorck von Wartenburg (geb. 1904), Mitbegründer des Kreisauer Kreises, wurde am 8. August 1944 in Berlin-Plötzensee hingerichtet; seit 2002 erinnert eine Gedenktafel am Schloss an ihn.
Am 29. Januar 1945 erreichte die Rote Armee das Dorf; Peters Bruder Paul, der letzte deutsche Besitzer, war bereits 1944 in Sippenhaft genommen worden. Das Gut wurde um 1947 verstaatlicht, die Ausstattung von Schloss und Mausoleum ging größtenteils verloren. 1973–1977 wurde das Schloss umfassend renoviert. Ältester erhaltener Teil ist der Nordflügel von 1593, nach dem Dreißigjährigen Krieg 1642 wiederaufgebaut. 1864 wurde neben dem Mausoleum ein Bronzeguss Ludwig Yorcks nach Christian Daniel Rauch aufgestellt.
Das Dorf liegt an der Via Regia, einem Zweig des Jakobswegs.
Seit 1955 nutzt eine Versuchsanstalt für Pflanzenzüchtung das Schloss für Büros und Labore. Es gibt keine regulären Öffnungszeiten und keinen Eintritt (Stand: Oktober 2026) — du besichtigst das Ensemble von außen. Bitte nimm Rücksicht auf Beschäftigte und Bewohner; für einen Rundgang reicht etwa eine Stunde.
Von Breslau (Wrocław) sind es rund 40 km, von Görlitz etwa 210 km über die A4. Mit dem Zug erreichst du Ohlau in 20–25 Minuten ab Wrocław Główny, die letzten 13 km am besten per Taxi. Kombiniere den Besuch mit dem Renaissanceschloss der Piasten in Brieg (Brzeg) oder dem Schloss in Jakubowice.
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Geprüft: Oktober 2026