Paläste
Das barocke Schloss in Oleśnica Mała, wenige Kilometer östlich von Oława, steht an einem Ort, an dem sich die schlesische Geschichte dreifach verwebt: Templer, Johanniter und eine preußische Feldherrenfamilie. Herzog Bolesław I. der Lange errichtete hier 1189 ein Jagdschloss, und zwischen 1220 und 1227 gelangte der Besitz an den Tempelorden, der hier die erste Kommende Schlesiens begründete. Nach dessen Auflösung im Jahr 1312 übernahmen die Johanniter das Anwesen; die 1377 erbaute Burg war die einzige ihrer Art in Schlesien und diente dem Orden fast fünf Jahrhunderte.
Ihre heutige Gestalt verdankt die Residenz dem Wiederaufbau nach dem Brand von 1706: In den Jahren 1706 bis 1711 errichtete Komtur von Dittrichstein die barocke Anlage. Nach der Säkularisation des Ordens 1810 schenkte König Friedrich Wilhelm III. das Gut 1814 Ludwig Yorck von Wartenburg als Dank für seine Verdienste in den Kriegen gegen Napoleon. Die Familie erweiterte das Schloss 1815 bis 1820, und Graf Heinrich fügte 1904 bis 1905 den Sophienturm sowie ein Orangeriegebäude hinzu. Peter Yorck von Wartenburg, der letzte Besitzer und Angehörige des Widerstands gegen den Nationalsozialismus, wurde am 8. August 1944 in Berlin hingerichtet; eine Tafel an der Schlosswand erinnert an ihn.
Zum Ensemble gehören die an der Pilgerroute des hl. Jakob gelegene Laurentiuskirche, ein Park und das Yorck-Mausoleum von 1828, heute die Kapelle des hl. Maximilian Kolbe. Über den Portalen haben sich Familienwappen erhalten, darunter das Andreas-Kreuz der Yorcks. Das Schloss selbst wird von einer Forschungsstation für Pflanzenzüchtung genutzt und lässt sich von außen besichtigen; die nahe Autobahnanschlussstelle der A4 erleichtert die Anreise.
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