Paläste
Kopaszewo, Großpolen
1831–1832 war der Dichter Adam Mickiewicz mehrmals bei der Familie Skórzewski in Kopaszewo zu Gast, und laut Nationalem Institut für Kulturerbe entstanden hier Teile seines Epos „Pan Tadeusz“. Das klassizistische Schloss von 1800–1801 liegt mitten im Landschaftspark General Dezydery Chłapowski, und auf seiner Achse verläuft eine Platanenallee, die als längste Europas gilt. Ein Museum ist das Schloss nicht, doch Park, Allee, die Kapelle von 1794 und ein 16 km langer Kreuzweg füllen leicht einen halben Tag.
Das Dorf ist mindestens seit 1386 belegt. Vor 1714 gehörte es den Zakrzewski, danach war es Stammsitz der Skórzewski – das Schloss entstand um 1800–1801 für Ludwik Skórzewski. 1844 kaufte General Dezydery Chłapowski, Held der Napoleonischen Kriege und des Novemberaufstands, das Gut für seinen Sohn Kazimierz; die Familie blieb bis 1939. Die Chłapowski empfingen hier die Schauspielerin Helena Modrzejewska.
Nach einem Brand 1886 wurde das Schloss 1892 wieder aufgebaut und teilweise umgestaltet. Eine zweite große Renovierung führte 1921–1923 der Enkel des Generals, Mieczysław Chłapowski, durch: Der obere Teil des Turms und die Terrasse verschwanden, die Fassade wurde verändert, die Portikussäulen schlanker, und das Haus erhielt Kanalisation, Wasserleitung, Strom, Zentralheizung und Bäder. Über dem Eingang kehrte die Inschrift der Skórzewski „Każdy w swoim guście“ („Jeder nach seinem Geschmack“) zurück. Nach dem Krieg ging das Gut an den Staat; heute sitzen im Schloss die Direktion des Saatgutbetriebs DANKO und eine Pflanzenzuchtstation.
Gestiftet hat ihn Gutsherr Jan Koźmian nach dem tragischen Tod seiner Frau Zofia, einer Tochter General Chłapowskis; geweiht wurde er am 3. Oktober 1855. Die etwa 16 km lange Route (manche Quellen nennen rund 20 km) beginnt und endet an der Kapelle (Stationen I und XIV) und führt über den alten Weg Richtung Turew durch Rogaczewo Wielkie zur Kirche in Rąbiń und zurück. Die Stationen stehen paarweise in Wegkapellen; es sind gusseiserne Reliefplatten aus Frankreich. Die Originale werden in der Kapelle aufbewahrt, entlang der Route stehen Kopien.
Das Schloss ist ein Bürogebäude – laut Nationalem Institut für Kulturerbe können die Innenräume nach vorheriger Absprache besichtigt werden. Ohne Termin können Sie den Bau von außen ansehen und die Platanenallee entlanggehen. Den Kreuzweg fahren Sie besser mit dem Rad, zu Fuß sind 16 km mehrere Stunden. Kopaszewo liegt in der Gemeinde Krzywiń im Kreis Kościan, im Landschaftspark, der nach dem General benannt ist.
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