Paläste
Das Schloss in Drogosze ist fast 100 Meter lang, hat 365 Fenster und 52 Zimmer — dieser Prunk brachte ihm den Beinamen „Versailles Ostpreußens“ ein. Die barocke Residenz des Geschlechts von Dönhhoff entstand in den Jahren 1710–1714 und steht heute, teilweise restauriert, zwischen den Feldern Ermlands, 8 km westlich von Barciany.
Das Gut Drogosze gründete 1361 Konrad von Wolffersdorff, ab 1477 gehörte es dem Geschlecht von Rautter. Dieses errichtete 1596–1606 die erste Residenz, umgeben von einem Park, in dem Damhirsche gehalten wurden — ein Geschenk des polnischen Königs Johann II. Kasimir Wasa. 1690 brannte das Schloss nach einem Blitzschlag ab, und der Besitz ging an die Dönhoffs über. Das neue barocke Schloss von 1710–1714 wurde nach ihrer Hauptresidenz Friedrichstein bei Königsberg gestaltet; der Entwurf wird Johann von Collas zugeschrieben.
Nach den Erweiterungen von 1766 und 1785 erreichte das Schloss eine Länge von fast hundert Metern und wurde zum größten Adelssitz der Provinz, der reisenden Monarchen auch als königliches Schloss diente. Im Innern gab es eine Kapelle von 1725, eine Orangerie und ein Theater; die Dönhoffs sammelten flämische Tapisserien, chinesische Vasen und eine Bibliothek mit mehreren Tausend Bänden. Zum Ensemble gehörte ein Park bis an die Guber mit einem Teich von über 47 Hektar.
Das Schloss befindet sich in privater Hand und wird abschnittsweise restauriert, daher variiert der Zustand der einzelnen Teile — der Hof mit der Auffahrt macht jedoch auf den ersten Blick Eindruck. Am besten verbindet man den Besuch mit den nahegelegenen Ordensburgen in Barciany und Kętrzyn. Die Anfahrt erfolgt über die Woiwodschaftsstraße 590 von Korsze oder Barciany.
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