Kirchen & Klöster
Die Kollegiatbasilika St. Georg in Kętrzyn gehört zu den am besten erhaltenen Wehrkirchen Masurens. Ihre mächtigen Mauern waren Teil der mittelalterlichen Stadtbefestigung und verleihen dem Bau einen ungewöhnlichen, fast burgartigen Charakter.
Der Bau begann 1359; die erste Phase wurde im frühen 15. Jahrhundert abgeschlossen. Zwischen 1470 und 1475 wurde die ursprüngliche einschiffige Kirche zu einer dreischiffigen Basilika erweitert. Nach einem Brand um 1500 kamen Chor und Sakristei hinzu, 1515 schuf Meister Matz aus Danzig die kostbaren Kristallgewölbe. Über Jahrhunderte diente die Kirche protestantischen Gemeinden; nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte sie in katholische Nutzung zurück.
Das auffälligste Detail zeigt sich in der Bauachse: Der Chor steht schräg zum Langhaus. Diese seltene architektonische Besonderheit entstand beim Wiederaufbau nach dem Brand. Im Inneren lohnen die Kristallgewölbe von 1515, die manieristische Kanzel von 1594, die Orgel von Josue Mosengel aus dem Jahr 1721 und erhaltene Teile der früheren Ausstattung die Aufmerksamkeit. Im Turmsockel liegen mittelalterliche Gefängniszellen; über der Sakristei befindet sich ein Pfarrmuseum.
In der Basilika befindet sich das Heiligtum Unserer Lieben Frau der Barmherzigkeit; 1999 erhielt die Kirche den Titel einer Basilica minor. Sie steht in der Zamkowa-Straße 5. Vor dem Besuch Gottesdienstzeiten und den Zugang zum Karzer prüfen; für die Basilika 45–60 Minuten einplanen.
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