Festungen
Nysa, die Residenzstadt der Breslauer Bischöfe, wurde Mitte des 14. Jahrhunderts unter Bischof Przecław von Pogorzela mit Mauerbefestigungen umgeben. Der Ziegelring umfasste vier Tore und achtundzwanzig Bastionen; außen lief eine zweite Mauer, wovon eine Erwähnung der Zwischenmauer aus dem Jahr 1414 zeugt. Heute sind die Mauern abgetragen, doch zwei Tortürme stehen noch.
Der Breslauer Turm an der Wrocławska-Straße ist weiß, zweigeschossig und mit einem reichen Renaissance-Attika gekrönt. Der Münsterberger Turm an der Szopena-Straße ist ein viergeschossiges gotisches Bauwerk von 1350, errichtet aus Ziegeln mit dunklerer glasierter Ziegel im polnischen Verband; gekrönt wird er von einem Wehrgang mit Schießscharten und Zinnenkranz. In der Renaissance wurde der Turm erhöht, im 19. Jahrhundert saniert und aufgestockt; er ist saisonal zugänglich und dient als Aussichtspunkt über die Stadt. Fragmente der alten Befestigung haben sich auch beim Bischofshof und beim Breslauer Tor erhalten.
1922 wurde in der Nische über dem Eingang des Münsterberger Turms eine steinerne Löwenfigur angebracht, vermutlich im 16. Jahrhundert gefertigt. Der Überlieferung nach ist sie Kriegsbeute eines Feldzugs der Nysaer Bürger nach Münsterberg im Jahr 1489.
Beide Türme stehen im Zentrum an den Ringanlagen: Wrocławska- und Szopena-Straße. In der Nähe die Festung Nysa (0,2 km), weiterhin das Schloss in Otmuchów (11 km) und die Mauern von Paczków (23 km).
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