Technikdenkmäler
Osetnik, Pommern
Der Leuchtturm Stilo in Osetnik bei Sassin (Sasino) ist einer der auffälligsten Leuchttürme der polnischen Ostseeküste: ein schlanker, sechzehneckiger Turm aus verschraubten Metallplatten mit roten, weißen und schwarzen Streifen, versteckt im Kiefernwald auf einer Düne rund einen Kilometer vom Meer. Er steht etwa 12 km östlich von Leba (Łeba) am Leuchtturmweg zwischen Scholpin (Czołpino) und Rixhöft (Rozewie) – ein lohnendes Ziel für Freunde der Seefahrtsgeschichte.
Gebaut wurde der Leuchtturm 1904–1906, als die Küste zum Deutschen Reich gehörte – auf Antrag des Deutschen Nautischen Vereins, denn an den Untiefen vor Stilo strandeten um 1900 viele Schiffe. Vorher stand hier seit 1860 eine weiß-rote hölzerne Bake mit geringer Reichweite; der Bau kostete 275.000 Mark. Entworfen hat ihn der Architekt Walter Körte, ausgeführt wurde er von der Firma Nordische Elektrizitäts- und Stahlwerke AG aus Danzig; die Laterne lieferte Julius Pintsch aus Berlin. Ursprünglich brannte eine Bogenlampe, 1926 folgte eine 2000-Watt-Glühlampe, 1975 Halogenlicht und 2019 eine LED-Leuchte. Der Turm überstand den Zweiten Weltkrieg ohne größere Schäden; der letzte deutsche Leuchtturmwärter blieb bis 1945, im April 1946 wurde das Feuer wieder entzündet.
Der Leuchtturm gehört dem Seeamt in Gdynia und ist für Besucher geöffnet, aktuelle Öffnungszeiten und Preise für 2026 prüfst du am besten vor der Reise. In der Regel ist er von Juni bis August geöffnet; außerhalb der Saison vorher vor Ort nachfragen. Seit 1992 kann der Turm besichtigt werden; 122 Stufen führen steil nach oben. Neben dem Turm erklärt ein Lehrpfad die Vegetation des Küstenwaldes.
Osetnik – bis 1945 Stilo-Kathen, benannt nach der Pächterfamilie Stylow – liegt in der Gemeinde Choczewo (Chottschow) in der Kaschubei. Aus Deutschland über Stettin (Szczecin) und die S6 Richtung Danzig, dann über Lauenburg (Lębork) und Choczewo nach Sassin; ein sandiger Weg führt durch den Wald zum Turm. In der Nähe: Gutspark Sassin und die Naturschutzgebiete Choczewskie Cisy und Mierzeja Sarbska.
Als letzte deutsche Leuchtturmwärter werden Oskar Thoms und P. Pruztt genannt. 1948 übernahm Stefan Łozicki, ein hochdekorierter Veteran der Schlacht um Monte Cassino, den Dienst; nach 33 Jahren folgte sein Sohn Romuald mit seiner Frau Weronika, heute ist Enkel Damian in dritter Generation tätig. 1970 halfen die Wärter bei einem Orkan einem dänischen Schiff mit Maschinenschaden per Funk.
Ja – vor allem für Leuchtturmfans und als Abstecher zwischen Leba und Großendorf (Władysławowo).
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Geprüft: Oktober 2026