Kirchen & Klöster
Auf einem Hügel in Zbrosławice bei Tarnowskie Góry steht die gotisch-barocke Kirche Mariä Himmelfahrt — ein bereits 1447 erwähnter Tempel, der heute als Heiligtum der Mutterschaft Mariens bekannt ist. Daneben erhebt sich ein freistehender Glockenturm von 1564.
Das Dorf verdankt seinen Namen dem Oppelner Kastellan Zbrosław (Erwähnung 1235), die Pfarrei ist seit 1315 belegt; die erste Holzkirche stand hier Mitte des 13. Jahrhunderts. Die heutige, gemauerte Kirche wurde 1610–1620 um ein von Jerzy Larisch gestiftetes Schiff erweitert und 1774–1777 vom Baumeister Christoph Worbs umgebaut. Bis 1737 trug die Kirche das Patrozinium Allerheiligen. Im Juni 1909 brannte das Dach nieder; die Kirche wurde rasch wiederaufgebaut und um neue Joche vergrößert.
Das Herz des Heiligtums ist eine 43 Zentimeter hohe hölzerne Figur der Madonna mit Kind aus dem 16. Jahrhundert. Vor dem Schwedeneinfall versteckte man sie im Dominikanerinnenkloster in Imbach bei Wien; 1707 fand sie — nach Traumvisionen — die Herzogin Maria Petronela aus dem Haus Stockmans, als sie sie in der Sakristei ausgrub. Auf dem Erbweg gelangte die Figur 1799 nach Zbrosławice, und am 8. August 1954 wurde sie bei einer Inthronisationsfeier auf dem goldenen Thron im Hochaltar platziert.
Das Fest der Muttergottes von Zbrosławice fällt auf den zweiten Pfingsttag; das ganze Jahr über treffen Pilgergruppen ein. Das Innere schmücken spätbarocke Ausstattung aus dem 18. Jahrhundert, Ganzfiguren-Epitaphien aus dem 17. Jahrhundert und eine 14-stimmige Orgel von Paul Berschdorf aus dem Jahr 1917; an der Friedhofsmauer steht das neugotische Grabsmausoleum der Stockmans von 1827.
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