Kirchen & Klöster
Die modernistische St.-Rochus-Basilika auf dem gleichnamigen Hügel in Białystok entstand als Denkmal der Wiedererlangung der Unabhängigkeit. Der Bau begann 1927 nach einem Entwurf von Oskar Sosnowski, der in einem wiederholten Wettbewerb gekürt wurde — ein Jahr zuvor waren 76 Arbeiten eingegangen, doch keine überzeugte den Pfarrer. Finanziert wurde das Vorhaben fast ausschließlich aus Spenden der Gläubigen, und im Oktober 2018 erhob Papst Franziskus die Kirche in den Rang einer Basilica minor.
Die gesamte Anlage bekrönt ein 78 Meter hoher Turm mit der drei Meter hohen Marienfigur von 1936, die auf einer piastischen Krone nach dem Vorbild der Krone Kasimirs des Großen steht. Ursprünglich sollte die Kirche dem Morgenstern geweiht sein — dem Morgenrot der Unabhängigkeit — deshalb entwarf Sosnowski den sternförmigen Grundriss des Stahlbetonbaus, und das Sternmotiv kehrte in den Gewölben des Innenraums wieder.
Im September 1939 beschlagnahmten die Deutschen die Kirche als Kaserne und richteten im Turm einen Beobachtungsposten ein, doch die Bauarbeiten liefen weiter. Gottesdienste gab es ab 1941, fertiggestellt wurde das Bauwerk 1944, die Konsekration folgte am 18. August 1946. Ein Teil der Baumaterialien, vor allem für die umgebende Mauer, stammte vom Abriss der orthodoxen Kathedrale von Białystok.
Im Inneren erwarten Sie der Hauptaltar von Antoni Masłoń und drei Skulpturen von Stanisław Horno-Popławski. An der Decke erscheint eine Rosette mit den Symbolen des Heiligen Geistes und der Evangelisten. Die Kirche steht auf einem Hügel im Stadtzentrum — eines der markantesten Gebäude der Hauptstadt Podlachiens.
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