Kirchen & Klöster
Das erste Barockbauwerk Krakaus erhebt sich in der Mitte der Grodzka-Straße — es wurde in den Jahren 1597 bis 1619 für die Jesuiten mit der Stiftung von Sigismund III. Wasa erbaut. Die Dolomitfassade wurde nach dem Vorbild der römischen Santa Susanna gestaltet, und am Zaun stehen die Statuen der zwölf Apostel — eines der fotogensten Tore der Stadt.
Die Figuren entwarf Kacper Bażanka, ausgeführt wurden sie 1722 von Dawid Heel aus Kalkstein aus Pińczów. Säureregen zerstörten die Originale; auf dem Innenhof stehen heute moderne Kopien von Kazimierz Jęczyk aus demselben Stein.
Im Inneren hängt Polens längstes Foucault-Pendel — 46,5 m — das donnerstags als Nachweis der Erdrotation vorgeführt wird. In den Krypten ruht Pater Piotr Skarga, und seit 2013 entsteht hier ein Nationales Pantheon: darunter Sławomir Mrożek, Adam Zagajewski und Krzysztof Penderecki (2022).
Nach der Auflösung des Ordens 1773 ging die Kirche an die Nationale Bildungskommission über und diente zwischen 1809 und 1815 sogar als orthodoxe Kirche. Schon 1638 unterhielten die Jesuiten hier den größten Chor des damaligen Polen — 80–100 Sänger — und diese Tradition lebt in den Sommerkonzerten Alter Musik weiter. Für den Besuch genügen 20–30 Minuten; auf dem Rückweg die Grodzka hinunter sehen Sie die Fassade noch einmal vor der Kulisse des Wawel.
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