Kirchen & Klöster
Chabówka, Kleinpolen
Direkt an der Straße nach Zakopane, am Westhang der Piątkowa Góra an der Grenze von Chabówka und Rdzawka, steht die hölzerne Heilig-Kreuz-Kirche „na Obidowej". 1757 erbaut, von Laubengängen und alten Linden umgeben, ist sie seit Generationen ein Halt auf dem Weg in die Tatra – früher für Pilger und Reisende, heute für Autofahrer, die auf den Parkplatz daneben abbiegen.
Die Kirche entstand 1757 anstelle einer älteren Kapelle, gestiftet von Jan Wielopolski, Woiwode von Sandomierz. Sie lag an der alten Landstraße von Krakau „in die Tatra und die Pieninen", die man vor dem Bau der Bahn nach Zakopane nutzte. Die Reisende Maria Steczkowska beschrieb 1857 ein einsames, nachgedunkeltes Kirchlein im Schatten von Linden, in dem nur zweimal im Jahr Gottesdienst war – zu Kreuzauffindung und Kreuzerhöhung. 1928 übernahm der Krakauer Automobilclub die Obhut, seit 1965 kümmern sich die Marianer aus Rdzawka um die Kirche.
Am 2. Oktober 1994 legten Unbekannte Feuer. Die Kirche überstand den Brand durch einen Zufall: Auf der Zakopane-Straße war gerade eine Spezialeinheit der Krakauer Feuerwehr unterwegs. Eine Wand mit einer historischen Kreuzigungsskulptur verbrannte, die spätbarocke Ausstattung wurde teilweise rekonstruiert.
Die Kirche ist ein Blockbau, Chor und ein Teil des Schiffs sind von Soboty umgeben – niedrigen Laubengängen auf Pfosten, unter denen Pilger übernachteten, die schon am Samstag zum Ablassfest kamen. Wände und Decken tragen eine Ausmalung von 1901 mit Figuren, Ornamenten und Scheinarchitektur, 1975 erneuert und nach dem Brand rekonstruiert. An der Decke erscheint ein feuriges Kreuz in den Wolken – ein Bezug auf die Legende vom Kaufmann, der, von Räubern überfallen, „Heiliges Kreuz, rette mich" rief.
Nach einer anderen Version wurden die Räuber zu Stein; als „Beweis" gelten Steinfragmente mit menschlichen Figuren im Zaun um die Kirche. Etwa 200 Meter entfernt, auf der anderen Seite der Straße, entspringt die Quelle Pocieszna Woda, der man Heilkraft bei Augen- und Beinleiden zuschrieb; seit 1997 ist sie Naturdenkmal. Auf dem Straßenabschnitt bei Rdzawka gerät man oft plötzlich in dichten Nebel – vielleicht der Ursprung der Erzählung vom Nebel, der den Kaufmann verbarg.
Laut den Betreuern kann die Kirche von außen und vom Vorraum aus besichtigt werden. Messen finden sonntags und an Feiertagen um 8:00, 9:00 und 10:00 Uhr statt, die Ablassfeste sind im Mai (Kreuzauffindung) und im September (Kreuzerhöhung). Von den Hängen der Piątkowa Góra sieht man die umliegenden Gebirgszüge, bei klarem Wetter auch Tatra und Babia Góra. Zu Fuß erreichen Sie die Kirche von Rabka-Zdrój auf einem markierten Weg in etwa 1,5 Stunden.
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