Kirchen & Klöster
Zduny, Großpolen
Die barocke Kirche St. Johannes der Täufer in Zduny war 1733 fertig, wurde aber erst am 29. April 1951 geweiht – mehr als zwei Jahrhunderte später. Ihr Turm mit Blechhaube und zwei Laternen ist das Wahrzeichen des Städtchens an der Grenze zwischen Großpolen und Schlesien, und im Inneren wartet eine volkstümliche Pietà, die älter ist als die Kirche selbst.
Als Gründungsjahr der Pfarrei gilt 1267 – das Jahr, in dem Bischof Thomas I. von Breslau die Stadtgründung durchsetzte. Die ursprüngliche Kirche St. Johannes der Täufer und St. Hedwig war eine Stiftung der Breslauer Bischöfe aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Der heutige Barockbau entstand 1719–1733 auf Betreiben des Pfarrers Andrzej Antoni Baczewski. 1733 kam an das Schiff die Kapelle der Göttlichen Vorsehung mit eigener Empore und Orgel hinzu; in ihrer Gruft ruhen Geistliche der Pfarrei.
Geweiht wurde die Kirche von Erzbischof Walenty Dymek. Die Pfarrgeschichte hat auch ein tragisches Kapitel: Pfarrer Jan Pewniak kam am 19. Dezember 1942 im KZ Dachau ums Leben, Domherr Bolesław Jaśkowski wurde von den Deutschen bei Inowrocław ermordet, und Pfarrer Dr. Wiktor Koperski überlebte Dachau.
Das heutige Zduny ist eigentlich eine „Dreierstadt“: Alt-Zduny (Stadtrecht seit 1267), Neu-Zduny, auch Deutsch-Zduny genannt (seit 1637), und Sieniutowo (seit 1646, 1703 mit Neu-Zduny vereinigt). Die beiden Hauptteile wurden erst durch eine Urkunde vom 30. Juni 1761 zusammengelegt, ausgestellt von Aleksander Sułkowski. Seinen Aufschwung verdankte der Ort der Lage direkt an der schlesischen Grenze; in der Zwischenkriegszeit war hier ein Posten des polnischen Grenzschutzes stationiert. Im Lauf der Jahrhunderte gehörte die Pfarrei zu den Diözesen Posen und Breslau, zum Erzbistum Gnesen und seit 1992 zur Diözese Kalisz.
Die Kirche steht in der ul. Kobylińska 25. Sie ist eine aktive Pfarrkirche – die Messzeiten finden Sie auf der Website der Pfarrei; den Innenraum sehen Sie am besten rund um einen Gottesdienst oder nach Absprache. Die Pfarrei bietet außerdem einen virtuellen Rundgang durch die Kirche an. 30–45 Minuten genügen; danach lohnt sich ein Abstecher zum Marktplatz mit dem Rathaus von 1684, dessen Fachwerkturm ebenfalls eine Barockhaube mit Laterne trägt. Zduny liegt etwa 7 km von Krotoszyn entfernt an der Landesstraße 15.
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
Booking.com
Hotels, Pensionen und Apartments in der Nähe von Kirche St. Johannes der Täufer in Zduny.
Affiliate-Link — wir können eine Provision für Buchungen erhalten.