Kirchen & Klöster
Posen, Großpolen
Im Posener Stadtteil Krzesiny steht eine Kirche, die aussieht, als käme sie direkt aus Nordnorwegen. Die steilen Dächer, die dunkle Bretterverschalung und das kunstvoll gezimmerte Türmchen stammen jedoch nicht aus Skandinavien: Das Gebäude war ein Ausstellungsstück einer großen Messe von 1911 und wurde für deutsche Siedler gekauft. Heute ist es die einzige Holzkirche innerhalb der Stadtgrenzen von Poznań und eine aktive Pfarrkirche.
1911 wurde die Kirche mit 180 Plätzen auf der Ostdeutschen Ausstellung in Posen als Musterkirche für kleine Siedlerdörfer gezeigt. Sie stand in einem „Musterdorf“ zusammen mit Schule, Gemeindehaus und Gasthof. Anschließend kaufte sie die preußische Ansiedlungskommission, die in Krzesiny (damals in Kreising umbenannt) Familien aus Westfalen angesiedelt hatte. Der Aufbau am neuen Standort begann am 6. Mai 1912, die Einweihung folgte am 30. Oktober 1912.
Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs war sie eine evangelische Kirche. In der Nacht vom 22. auf den 23. November 1941 führten die deutschen Besatzer unmittelbar daneben die sogenannte Aktion von Krzesiny durch, bei der Polen aus dem Ort und der Umgebung geschlagen und gedemütigt wurden. Laut Pfarrei wurde die Kirche am 10. Mai 1945 den Katholiken übergeben, die eigenständige Pfarrei entstand am 1. März 1958. Die Konsekration fand erst 2012 statt, zum hundertsten Jahrestag der Aufstellung in Krzesiny.
Der norwegische Stil war im preußischen Posen kein Zufall: Die Behörden griffen damals gern auf skandinavische Vorbilder zurück, ein weiteres Beispiel ist das Nordische Zimmer im Kaiserschloss. Nach 1918 blieben in Krzesiny nur fünf evangelische Familien, deshalb wurde die Kirche zum Treffpunkt für Protestanten aus Chartowo, Kamionki und Borówiec.
Es handelt sich um eine aktive Kirche und kein Museum – das Innere sehen Sie am einfachsten kurz vor oder nach der Messe. Laut Website der Pfarrei finden die Sonntagsmessen um 8:00, 10:00 und 11:30 Uhr statt, dienstags um 8:30 Uhr und an den übrigen Wochentagen um 18:00 Uhr. Für den Außenbau genügen 15–30 Minuten. Das Pfarrbüro befindet sich in der ul. Jarosławska 5. Das schönste Foto des Türmchens gelingt seitlich, wenn die ganze Dachlinie zu sehen ist. In der Nachbarschaft steht das alte Gutshaus von Krzesiny.
Czynny podczas nabożeństw: niedziele 8:00, 10:00, 11:30; wtorek 8:30; pozostałe dni powszednie 18:00 (Msze); poza tym zwiedzanie po uzgodnieniu z parafią.
Wstęp wolny
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