Kirchen & Klöster
Sochaczew, Masowien
Die Kirche Unserer Lieben Frau vom Trost in Żyrardów ist eine neugotische Backsteinkirche aus den Jahren 1900–1903, deren zwei schlanke Türme über 70 m hoch in den Himmel ragen. Gestiftet von den Besitzern der berühmten Leinenfabrik und aus mehr als drei Millionen Ziegeln errichtet, ist sie das Wahrzeichen der einstigen Textilstadt westlich von Warschau (Warszawa) – und der ideale Ausgangspunkt für einen Rundgang durch die historische Fabriksiedlung.
Żyrardów entstand rund um eine 1829 gegründete Flachsspinnerei und trägt den Namen des französischen Erfinders Philippe de Girard. Großen Anteil am Aufstieg hatten Unternehmer deutschsprachiger Herkunft, allen voran die Familie Dittrich. Karl Dittrich junior war Hauptstifter der Kirche; Graf Feliks Sobański schenkte das Grundstück, Arbeiter und Angestellte der Fabrik spendeten mit. Die Pfarrei wurde 1898 gegründet, gebaut wurde ab 1900 nach Plänen von Józef Pius Dziekoński, dem gefragtesten Kirchenarchitekten Warschaus jener Zeit. Die Fabrikleitung stellte über 3 Millionen Ziegel aus ihrer Ziegelei in Radziejowice bereit. Die Doppelturmfassade erinnert bewusst an große gotische Kathedralen.
Dziekoński orientierte sich an den großen Doppelturmkathedralen; oft wird die Kirche mit dem Kölner Dom und der Wiener Votivkirche verglichen. Insgesamt gibt es drei Türme: die beiden Fassadentürme und einen Dachreiter über der Vierung, der umbaute Raum beträgt fast 12.900 m³. Geh einmal um den Bau herum – Staffelgiebel, Fialen und Wimperge aus rotem Backstein wirken von der Seite, beim Pfarrhaus von etwa 1904, am stärksten. Die fünf Glocken tragen die Namen Stefan, Jesus, Maria, Josef und Johannes Paul II. Seit 1975 steht die Kirche unter Denkmalschutz.
Als aktive Pfarrkirche ist der Innenraum am zuverlässigsten kurz vor und nach den Gottesdiensten zugänglich; die aktuellen Messzeiten hängen im Schaukasten aus oder sind telefonisch im Pfarrbüro zu erfahren. Der Eintritt ist frei (Stand: Oktober 2026). Plane 30 bis 45 Minuten ein und verzichte während der Messe auf Blitzfotos. Informationen vor Ort und Gottesdienste gibt es nur auf Polnisch. Der Platz vor der Kirche ist eben, der Haupteingang liegt einige Stufen höher. Für Familien bietet sich die Kombination mit dem Museum der Leinenindustrie an, dessen alte Maschinen Kinder meist mehr begeistern als der Kirchenraum. Fotografen finden die beste Perspektive auf die Doppelturmfassade vom Platz vor dem Haupteingang.
Die Kirche steht an der Narutowicza-Straße 30 im Zentrum. Żyrardów liegt rund 50 km westlich von Warschau und ist mit Regionalzügen der Koleje Mazowieckie bequem erreichbar – ein lohnender Halbtagesausflug aus der Hauptstadt.
Ja. Die Kirche gehört zur Fabriksiedlung des 19. Jahrhunderts, die 2012 zum polnischen Geschichtsdenkmal erklärt wurde: rote Backsteinhäuser der Arbeiter, die alte Spinnerei und die Villen der Fabrikanten sind weitgehend erhalten. Sehenswert ist auch das Museum der Leinenindustrie (Muzeum Lniarstwa) in einem ehemaligen Fabrikgebäude mit historischen Textilmaschinen.
Czynny kościół parafialny - wnętrze dostępne głównie podczas nabożeństw; msze w dni powszednie 7:00, 7:30, 17:00, 18:00, w niedziele 7:00, 9:00, 10:30, 12:00, 17:00, 19:00 (w wakacje krótszy grafik).
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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Geprüft: Oktober 2026