Museen
Miasteczko Śląskie, Schlesien
Am 17. Juni 1917 gegen 14 Uhr ertönte im Bergwerk Bibiela ein Knall, und ein reißender Wasserstrom brach in die Stollen ein. Die Bergleute konnten fliehen, doch innerhalb von zwei Stunden stand das gesamte Bergwerk samt Maschinen und Anlagen unter Wasser. Heute heißt dieser Ort in den Wäldern zwischen Miasteczko Śląskie, Bibiela und Zielona in Oberschlesien Pasieki: ein gutes Dutzend Waldteiche mit grünlichem und rostfarbenem Wasser, umgeben von den Ruinen der alten Grube.
Geologische Untersuchungen um 1860 wiesen hier reiche Eisenerzlager nach, mit bis zu 48 % Eisengehalt in bis zu 16 m mächtigen Flözen. Das Bergwerk „Bibiela“ nahm 1889 den Betrieb auf, parallel zur Zink- und Bleierzgrube „Szczęście Flory“ (Floras Glück); beide hatten eine gemeinsame Leitung. Gefördert wurde aus vier Schächten – „Neptun“, „Nordstern“, „Glück Auf“ und „Klemens“ – bis in etwa 60 m Tiefe, eine Schmalspurbahn brachte das Erz zum Bahnhof in Miasteczko Śląskie. In der Blütezeit arbeiteten hier 700 Menschen, acht Dampfpumpen hielten das Wasser in Schach.
Wasser war von Anfang an ein Problem: In 28 Betriebsjahren wurde das Bergwerk viermal überflutet. Nach der Katastrophe von 1917 holte man Pumpen aus Gliwice, doch es gelang nur, den Wasserspiegel so weit zu senken, dass ein Teil der Ausrüstung geborgen werden konnte. Die meisten Anlagen und etwa zwei Drittel des Erzvorrats blieben unter Tage.
Die Reste des Bergwerks sind heute vom Wald überwachsen: Betonfundamente und gewölbte Mauern, eine Erzhalde und das Mundloch eines Stollens. Ringsum liegen Teiche in den gefluteten Abbaustellen, einige mit eigenen Namen wie Morskie Oko („Meerauge“) oder Staw Rybny („Fischteich“). Die Farbe des Wassers wechselt mit Licht und Jahreszeit zwischen Grün und Braun. Der Wasserspiegel sank deutlich nach 1955, als in Bibiela eine Pumpstation für Trinkwasser in Betrieb ging; sie schöpft aus dem Grundwasserspeicher Lubliniec–Myszków und versorgt unter anderem Tarnowskie Góry. Das Gebiet ist als Natur- und Landschaftskomplex „Pasieki“ geschützt, in den Wäldern wachsen geschützte Arten wie Eibe und Seidelbast.
Nach Pasieki führt der gelb markierte Radweg „Leśno Rajza“ über einen Waldweg aus Miasteczko Śląskie, genannt Szyndros. Der Zugang ist ganzjährig kostenlos, doch es handelt sich um Wald ohne touristische Infrastruktur: Nehmen Sie Wasser und festes Schuhwerk mit, nach Regen können die Wege schlammig sein.
Gehen Sie nicht ins Wasser und halten Sie Abstand von den Rändern der Abbaustellen – es ist ehemaliges Bergbaugelände. Die schönsten Spiegelungen auf den Teichen gibt es an sonnigen, windstillen Tagen. Zu Fuß sollten Sie für eine Runde um mehrere Teiche 1,5–2 Stunden einplanen; mit dem Rad lässt sich der Abstecher gut mit anderen Abschnitten der Leśno Rajza verbinden.
Eintritt frei
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