Denkmäler & Hügel
Waliszewo, Großpolen
An einer Straßenkreuzung bei Waliszewo steht ein lächelnder Wirt mit einem Krug in der Hand und einem Tuch über dem Arm. Er wirkt wie ein gastfreundlicher Gastgeber – bis man um ihn herumgeht. Die Skulptur, im Ort Karczmarz z Waliszewa (der Wirt von Waliszewo) genannt, ist eine Station des Pfads der Mythen und Legenden im Kreis Gniezno und erinnert an eine düstere Geschichte über die Rote Schenke, in der Reisende spurlos verschwunden sein sollen.
Auf einem kleinen, baumbestandenen Platz, wo sich die Straßen von Gniezno nach Kłecko und von Waliszewo nach Dziećmiarki kreuzen, stand vor 1840 ein Gasthaus namens Waliszewek. Der Überlieferung nach nahm sein Wirt Gäste gern auf – nur um sie zu töten, auszurauben und in der Nähe zu verscharren. Daher der Name Rote Schenke (Czerwona Karczma; auf der Tafel des Wegs: Czerwona Oberża). 1840 brannte das Gebäude ab und wurde nie wieder aufgebaut; was aus dem Wirt wurde, verrät die Sage nicht.
Die Legende hat eine nüchterne Erklärung. In der Nähe lag ein viel älteres frühmittelalterliches Gräberfeld, und von dort stammten die menschlichen Knochen, die die Anwohner mit den Taten des Wirts in Verbindung brachten. Noch in den 1930er- und 1940er-Jahren fand man in einer örtlichen Kiesgrube Skelettreste und frühmittelalterliche Gegenstände. Beschrieben hat den Fall der Archäologe Jacek Wrzesiński in der Zeitschrift „Studia Lednickie“ (1994).
Waliszewo ist eine Station eines Wegs, der Sagen aus der Umgebung von Gniezno, der ersten Hauptstadt Polens, verbindet. Unterwegs begegnen Ihnen unter anderem die Sage von den Brüdern Lech, Čech und Rus und Geschichten über die Henker von Gniezno, der dreiköpfige Drache von Drachowo, der Räuber Maciej aus Modliszewo, Izyda aus Małachowo Złych Miejsc und ein versunkenes Dorf bei Głęboczek. Die ganze Route lässt sich bequem an einem Tag mit dem Auto oder Fahrrad abfahren.
Die Skulptur steht im Freien und ist jederzeit kostenlos zugänglich. 10–15 Minuten genügen, und der Unterstand eignet sich gut für eine Pause bei einer Radtour. Der Platz liegt an einer viel befahrenen Straße – achten Sie auf Kinder und betreten Sie die umliegenden Felder nicht. Waliszewo liegt etwa 14 km nordwestlich von Gniezno an der Straße nach Kłecko. In der Nähe lohnen die hölzerne Katharinenkirche in Waliszewo (1759), die Insel Ostrów Lednicki mit Resten einer frühen Piastenburg und die hölzerne Rosalienkapelle in Sławno.
Eintritt frei
Waliszewo, gmina Kłecko, powiat gnieźnieński, województwo wielkopolskie
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