Museen
Hier stehen historische Bauernhäuser nicht einfach nebeneinander. Das Freilichtmuseum in Dziekanowice am Lednica-See rekonstruiert die Struktur eines traditionellen Dorfes in Großpolen: Bauernhöfe um einen Dorfplatz, eine Holzkirche, ein Gasthaus, eine Schmiede, Windmühlen, ein Gutshof mit Wirtschaftsgebäuden, Obstgärten, Gärten und Felder. Rund 60 originale Bauten wurden aus verschiedenen Teilen der Region hierher versetzt und so angeordnet, dass die Unterschiede zwischen Bauernhof, Handwerksbetrieb, Sakralbauten und adeligem Gut erkennbar werden — gerade die Anlage des gesamten Dorfes ist eine der spannendsten Ebenen der Ausstellung.
Die Idee eines großen Freilichtmuseums der ländlichen Kultur Großpolens wurde schon in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg diskutiert. 1974 fiel die Entscheidung für Dziekanowice, 1975 wurde das Raumkonzept genehmigt und der Umbau der ersten Objekte begonnen: des Bogenganghauses aus Wolica, der Gastwirtschaft aus Sokołowo Budzyńskie sowie der Speicher aus Godziesze Wielkie und Mikołajewice. Die erste Etappe umfasste 26 Bauwerke. 1982 öffnete der Park für Besucher, 1993 wurde er eine Abteilung des Museums der Ersten Piasten auf Lednica. Später kamen u. a. die Schmiede aus Skrzetusz, ein Olęder-Hof aus der Gegend von Nowy Tomyśl, die Wassermühle aus Wierzenica und die Holzkirche aus Wartkowice hinzu.
Besonders sehenswert ist die Holzkirche aus Wartkowice von 1719, die mit ihrer Ausstattung versetzt wurde, sowie der benachbarte Glockenturm aus dem 18. Jahrhundert. Ein leicht zu übersehendes Detail ist der Deckenbalken mit der Jahreszahl 1602 im Haus aus Zdrój — eines der ältesten Elemente des Museums. Bemerkenswert ist die Schmiede aus Skrzetusz mit Lehmwänden; einen Kontrast zu den Bauernhöfen bildet der nach dem Vorbild des Gutshauses von Studzieniec rekonstruierte Herrenhof, dessen Innenräume das Leben des Landadels zeigen. Betrachten Sie die Windmühlen nicht nur als Fotokulisse — in den ersten Jahren erwarb das Museum sieben Mühlen verschiedener Typen: Kozlak-, Paltrap- und Holländerwindmühlen.
Der Park lebt: Seit 1984 wird hier das Frühlingsritual „Palenie Marzanny“ (Verbrennen der Marzanna) gepflegt, seit 1986 findet die große Veranstaltung „Żywy Skansen“ (Lebendiges Freilichtmuseum) statt, bei der die historischen Gebäude zur Kulisse von Vorführungen alter Handwerke und Bräuche werden. Seit 2013 wird beim Olęder-Hof zudem Hopfen der polnischen Sorte Marynka angebaut.
In der Saison 2026 ist der Park vom 12. April bis 31. Oktober geöffnet (montags geschlossen, donnerstags freier Eintritt). Tickets: 25 PLN regulär, 17 PLN ermäßigt, mit Audioguide 35/20 PLN; Kinder unter 7 Jahren haben freien Eintritt, der Parkplatz ist kostenlos. Planen Sie mindestens 1,5 Stunden ein, entspannt 2–3 Stunden — oder einen halben Tag mit Kindern bzw. bei Veranstaltungen; für Familien gibt es Spiele, Workshops und Museumsunterricht. Beginnen Sie den Rundgang mit einem Blick aus der Distanz auf die Anlage des ganzen „Dorfes“ und verbinden Sie den Besuch anschließend mit dem nahegelegenen Ostrów Lednicki: an einem Tag sehen Sie das ländliche Großpolen und eine der wichtigsten Burgen des frühen Piastenstaates.
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