Aussichtspunkte
Kazimierz Dolny, Lublin
Jedes alte Bürgerhaus, jeder Speicher und jede Mauer in Kazimierz Dolny lässt sich auf einen Ort zurückführen – den Steinbruch an der ul. Krakowska. Das helle Gestein, hier Opoka genannt, wurde im Tagebau noch Anfang der 1980er-Jahre abgebaut. Nach der Schließung wurde der Rand des Bruchs zu einem der beliebtesten Aussichtspunkte des Städtchens – mit Blick auf das Weichseldurchbruchstal und Wänden, in denen man rund 100 Millionen Jahre alte Fossilien finden kann.
Der Abbau dauerte mehrere Jahrhunderte. Laut Gemeinde entstand die gesamte historische Bebauung von Kazimierz aus diesem Stein, doch er gelangte auch weiter: zu Architekturelementen der Festung Dęblin und an das Anfang des 20. Jahrhunderts erbaute Kościuszko-Ufer (Wybrzeże Kościuszkowskie) in Warschau. Eine Schmalspur-Werkbahn brachte das Material zu den Lastkähnen; sie wurde in den 1980er-Jahren zusammen mit dem Steinbruch stillgelegt.
Die Gemeinde nennt das Gestein mal Opoka, mal Kalkstein; sein Alter verraten die Fossilien aus der Oberkreide. Aus demselben Stein entstanden auch die Speicher an der ul. Krakowska, etwa der Kobiałka-Speicher von 1636 (heute ein PTTK-Hotel).
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