Berge & Gipfel
Poręba, Niederschlesien
Die Jagodna ist der höchste Berg des Habelschwerdter Gebirges und gehört zur Krone der Polnischen Berge, einer beliebten Liste der höchsten Gipfel aller polnischen Gebirgszüge. Der Aufstieg ist sanft, und als Belohnung wartet ein 23 Meter hoher Aussichtsturm über den Fichtenwipfeln. Von seiner Plattform sieht man den Glatzer Kessel, das Glatzer Schneegebirge und das Adlergebirge. Außerdem verläuft hier die europäische Hauptwasserscheide – Regen von der einen Seite fließt in die Ostsee, von der anderen in die Nordsee.
Die Jagodna (deutsch Heidelberg) hat zwei Kuppen: die nördliche mit 985 m und die südliche mit 977 m über dem Meer. Die Liste der Krone der Polnischen Berge führt 977 m; im Gelände trennt beide Gipfel nur eine kleine, bewaldete Hochfläche. Der Osthang fällt steil zur Senke von Wyszki, Ponikwa und Poręba ab, der Westhang ins Tal der Wilden Adler. Das Wasser im Osten gelangt über die Glatzer Neiße in die Ostsee, im Westen über Adler und Elbe in die Nordsee.
Der Berg besteht aus Granitgneis und oberkreidezeitlichem Sandstein und ist mit Fichtenwald bewachsen, gemischt mit Buche, Birke und Lärche. Im 16. Jahrhundert verlief über die Jagodna die Grenze zwischen Böhmen und der Grafschaft Glatz, die später ins Tal der Wilden Adler verlegt wurde.
Anfang des 20. Jahrhunderts errichtete die örtliche Sektion des Glatzer Gebirgsvereins auf dem Gipfel einen 17 Meter hohen Aussichtsturm. Vor 1939 trat an seine Stelle ein Vermessungsturm, dessen Reste noch stehen. Der heutige Turm aus Stahl und Holz entstand 2019 im Rahmen des Projekts „Tschechisch-polnischer Kammweg“ und wurde am 8. September 2020 von der Gemeinde Bystrzyca Kłodzka offiziell eröffnet.
Der Turm ist 23 m hoch. Eine Wendeltreppe mit drei Zwischenpodesten führt nach oben, die gondelförmige Aussichtsplattform liegt auf 19 m Höhe. Das Panorama reicht über den Glatzer Kessel, das Glatzer Schneegebirge, den Neißegraben und das Adlergebirge.
Über den Gipfel führt der blau markierte Weg vom Brandpass (Przełęcz Spalona) nach Międzylesie. Am bequemsten startet man auf der weiten Wiese am Brandpass (ca. 800–815 m), wo an der Kreuzung zweier Panoramastraßen die PTTK-Baude „Jagodna“ steht – in einem ehemaligen Gasthaus von etwa 1895, der früheren Brandbaude. Von der Wiese bis zum Gipfel sind knapp 200 Höhenmeter zu bewältigen, der breite Forstweg ist auch mit dem Rad befahrbar. Ein alternativer Zugang beginnt am Pass oberhalb von Poręba. Im Winter werden rund um die Baude Langlaufloipen gespurt, darunter „Mała Jagodna“ (12 km) und „Duża Jagodna“ (14 km).
Für die Tour vom Brandpass zum Gipfel und zurück sollten Sie 2–3 Stunden einschließlich Turmbesuch einplanen. Öffentliche Verkehrsmittel fahren schon lange nicht mehr zur Baude, Sie brauchen also Auto oder Fahrrad. Die Wendeltreppe ist schmal – steigen Sie vorsichtig, besonders bei starkem Wind und im Winter, wenn die Stufen vereist sein können. Die klarste Fernsicht gibt es meist im Herbst und an frostigen Wintertagen.
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