Aussichtspunkte
Parchatka, Lublin
An der Weichsel bei Puławy gibt es zwei Dreikreuzberge. Der in Kazimierz Dolny erhebt sich direkt über dem Marktplatz mitten im Städtchen, der in Parchatka bietet nur einen Waldaufstieg durch eine Lössschlucht und den Blick auf die am weitesten östlich gelegene Flussschleife der Weichsel. Die drei Kreuze auf dem Gipfel erinnern an eine romantische Landschaft, die Fürstin Izabela Czartoryska hier vor zweihundert Jahren gestaltete.
Vor rund zweihundert Jahren legte Izabela Czartoryska, Herrin von Puławy, in Parchatka eine Einsiedelei mit romantischem Garten an. Nach Angaben der Gemeinde Kazimierz Dolny gehörte sie zu ihrem Konzept, schöne Landschaft und vernünftige Gutswirtschaft zu verbinden. Vollendet wurde die melancholische Szenerie durch drei Kreuze auf der Anhöhe südlich des Gartens – ganz im Geist der Empfindsamkeit, die in der Landschaft Zeichen der Vergänglichkeit liebte. Die ursprünglichen Kreuze sind nicht erhalten; heute stehen wieder drei Holzkreuze auf dem Gipfel.
Auch an der Landstraße hat die Fürstin Spuren hinterlassen. 1800–1820 ließ sie die Straße durch Parchatka (heute Woiwodschaftsstraße 824) mit Pappeln bepflanzen. Der letzte Baum dieser Allee, am Boden über 6 Meter im Umfang, stand bis 2020.
Der Hügel in Parchatka liegt etwa 8 km vom Zentrum von Kazimierz Dolny entfernt an der Straße 824 Richtung Puławy, dort, wo das Dorf mit der Stadt zusammengewachsen ist. Die Gemeinde-Radroute „über die zwei Dreikreuzberge“ (22,4 km) verbindet beide Aussichtspunkte und zeigt, wie verschieden sie sind: städtisch in Kazimierz, naturbelassen hier.
Durch Parchatka führen der blaue Weichselweg (Annopol – Kazimierz – Puławy – Dęblin, 108,6 km), ein schwarzer Weg aus Puławy und ein roter Radweg; die beiden Wanderwege verlaufen durch die Schlucht am Skilift. Die Skipiste in Parchatka wurde 2006 erneuert. Das Dorf erwähnte bereits der Chronist Jan Długosz, und 1942 verübten deutsche Truppen hier eine Strafaktion, bei der 28 Menschen getötet wurden.
Aufstieg und Rast oben dauern 30–60 Minuten. Der Hügel ist frei zugänglich und kostenlos, einen offiziellen Parkplatz gibt es aber nicht – parken Sie im Dorf oder kommen Sie zu Fuß aus Puławy über den schwarzen Weg. Nach Regen werden die Lösswege seifenglatt, Schuhe mit gutem Profil sind daher wichtig. Die weiteste Sicht haben Sie im Spätherbst und Vorfrühling, wenn die Bäume kahl sind. Verbinden Sie den Besuch mit der Burgruine in Bochotnica und dem Czartoryski-Park in Puławy, wo die Geschichte der Fürstin Izabela beginnt.
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