Museen
Krakau, Kleinpolen
Jan Matejko, Polens großer Historienmaler, kaufte dieses Gutshaus 1876 mit dem Erlös aus seinem Gemälde „Stephan Báthory vor Pskow“ – vor allem, damit seine oft kranken Kinder Landluft atmen konnten. In Krzesławice, heute Teil des Krakauer Stadtteils Nowa Huta, arbeitete er unter anderem an „Kościuszko bei Racławice“, wofür Bauern aus dem Ort Modell standen. Das Gutshaus aus dem 19. Jahrhundert in einem 4 Hektar großen Park ist heute ein Museum der Krakauer Gesellschaft der Freunde der Schönen Künste (TPSP), das Matejko und Hugo Kołłątaj gewidmet ist.
Ende des 18. Jahrhunderts pachtete Hugo Kołłątaj das Gut Krzesławice – Rektor der Krakauer Akademie und einer der Verfasser der polnischen Verfassung vom 3. Mai 1791. Aus österreichischer Haft in Olmütz schrieb er sehnsuchtsvolle Briefe und Gedichte über sein „geliebtes Dörfchen“, durfte nach seiner Freilassung aber nicht zurückkehren. Sein Gutshof existiert nicht mehr – er stand dort, wo heute am Parkplatz eine Laterne steht. Das heutige Haus errichtete 1826 die Krakauer Kaufmanns- und Bankiersfamilie Kirchmayer.
Matejko, mit den Kirchmayers verwandt, suchte ein Haus 10 bis 15 km von Krakau entfernt, das er mit der Kutsche von seiner Wohnung in der Floriańska-Straße erreichen konnte. Er renovierte das Gebäude und fügte ein Maleratelier sowie eine selbst entworfene hölzerne Veranda mit durchbrochener Balustrade hinzu. Krzesławice wurde sein Sommersitz: Hier entstanden unter anderem „Die Babiner Republik“ mit dem örtlichen Obstgarten im Hintergrund sowie zahlreiche Studien und Porträts. Auf eigene Kosten baute der Künstler eine Dorfschule, die bis heute in der Wańkowicza-Straße 17 steht, und 1890 entwarf er das Adlerdenkmal auf dem nahen Wanda-Hügel.
Nach Matejkos Tod verkaufte sein Sohn Tadeusz das Gut an den Verwalter Teodor Cybulski. Im Zweiten Weltkrieg waren hier deutsche Truppen einquartiert, die viele alte Bäume fällten. In kommunistischer Zeit wurden Mieter zwangsweise einquartiert, die Kachelöfen zerschlagen, und Matejkos Atelier stürzte ein. Die letzte Besitzerin, Maria Burzyńska, Tochter der Cybulskis, schenkte das verfallene Haus samt Park 1960 der TPSP unter der Bedingung, dass hier immer ein Museum mit Erinnerungsstücken an Kołłątaj und Matejko bestehen sollte. Nach mehrjähriger Renovierung wurde das Museum im Januar 1966 eröffnet.
Das Gutshaus in der Melchiora-Wańkowicza-Straße 25 ist freitags, samstags und sonntags ab 11:00 geöffnet, montags sind Besuche nach telefonischer Vereinbarung möglich. Das Normalticket kostet 30 PLN, ermäßigt 20–25 PLN, das Familienticket 55 PLN. Für Haus und Parkspaziergang sollten Sie etwa eine Stunde einplanen. Verwechseln Sie es nicht mit dem Jan-Matejko-Haus in der Floriańska-Straße 41 im Stadtzentrum – dort lebte der Künstler im Alltag, und heute ist es eine Abteilung des Nationalmuseums Krakau.
Poniedziałek: nieczynne. Wtorek: 10:00–18:00. Środa–niedziela: 10:00–16:00. Ostatnie wejście 20 minut przed zamknięciem.
Wtorek: bezpłatny wstęp na wystawy stałe. Ceny sprawdzone 11.09.2026.
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