Kirchen & Klöster
Ryboły, Podlachien
Mit ihren weißen Ziegelmauern und grünen Kuppeln hat die orthodoxe Kirche in Ryboły eine Geschichte, die bis vor die Kirchenunion von Brest (1596) zurückreicht. Der heutige Bau wurde am 22. Mai 1879 geweiht, birgt aber einen viel älteren Schatz: die Ikone der Gottesmutter von Ryboły aus dem 17. Jahrhundert, die seit Jahrhunderten als wundertätig verehrt wird. Sie ist die Hauptkirche einer orthodoxen Pfarrei, zu der acht Dörfer in der Gemeinde Zabłudów gehören.
Die erste, hölzerne Kirche stand schon vor der Union von Brest; im 18. Jahrhundert war sie unierte Kirche und wurde wegen ihres schlechten Zustands zwischen 1791 und 1793 abgetragen. In ihrer ebenfalls hölzernen Nachfolgerin, 1792–1795 als Achteckbau mit hohem Turm über dem Eingang errichtet, ließ Pfarrer Lew Markiewicz in den 1830er-Jahren eine Ikonostase aufstellen – nach Ansicht der Forschung die erste in einer unierten Kirche der Region – und führte die Gemeinde zur Orthodoxie.
Anfang der 1870er-Jahre beschloss die Pfarrei einen Ziegelbau. Das Geld kam aus der Staatskasse, die Einheimischen arbeiteten in der Ziegelei mit. Der Entwurf von Borysław Rudkowski wiederholte den Plan der Kirche in Nowoberesowo; gebaut wurde von 1873 bis 1877. Aus dem Holz des Vorgängerbaus entstand die Friedhofskirche St. Georg, die bis heute im Dorf steht.
Während der Massenflucht von 1915 vergruben Gemeindemitglieder einen Teil der liturgischen Geräte auf dem Friedhof und neben der Kirche; ausgegraben wurden sie erst 1923. Kirche, Tor und Umfriedung stehen seit 1987 unter Denkmalschutz. Im Dorf gibt es außerdem das Museum für materielle Kultur „Baćkauszczyna“, 2009 in einer ehemaligen Schule aus dem frühen 19. Jahrhundert gegründet, mit Trachten, Geräten und einem Webstuhl aus den umliegenden belarussischsprachigen Dörfern.
Die Kirche steht unter der Adresse Ryboły 102. Die Pfarrei gehört zum Dekanat Bielsk Podlaski, das Dorf selbst liegt jedoch in der Gemeinde Zabłudów bei Białystok. Die Kirche wird liturgisch genutzt und hat keine festen Besuchszeiten; das Innere sehen Sie am einfachsten während eines Gottesdienstes oder nach vorheriger Absprache mit der Pfarrei. Für die Kirche von außen, die Friedhofskirche St. Georg und das Museum sollten Sie etwa eine Stunde einplanen.
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