Technikdenkmäler
Moraczewo, Großpolen
Drei hölzerne Bockwindmühlen auf einem sanften Hügel an der Straße von Poznań nach Gniezno wirken, als hätten sie immer hier gestanden – tatsächlich stammt jede aus einem anderen Dorf. Die Windmühlen in Moraczewo sind ein Außenstandort des Museums der Ersten Piasten am Lednica-See, rund 1,5 km vom Hauptgelände des Freilichtmuseums in Dziekanowice entfernt. Die älteste Mühle stammt von 1821, daneben stehen eine Scheune und ein Bauernhaus mit Laube.
Das Museum nennt die genaue Herkunft jedes Gebäudes. Die älteste Bockwindmühle wurde aus Sędziwojewo bei Września versetzt (1821), die zweite aus Sołeczno, ebenfalls aus der Gegend von Września (1844), die jüngste aus Swadzim bei Tarnowo Podgórne (1896). Das Gelände bei Lednogóra und Moraczewo übernahm das Museum in den Jahren 1988–1992 und stellte hier fünf ethnografische Objekte auf, darunter die drei Windmühlen. Alle drei haben ein mit Brettern verschaltes Holzgerüst – typisch für Bockwindmühlen in Großpolen.
Zwei Bauerngebäude vervollständigen das Ensemble: eine Scheune aus Dąbrówka Kościelna von 1801 – in Fachwerkbauweise, mit durchfahrbarer Tenne – und ein Bauernhaus aus Gębarzewo von 1827, teils gemauert, teils in Blockbauweise, mit einer Giebellaube auf fünf Pfosten.
Nicht zufällig stehen die Mühlen gerade hier. In der Nähe des Dorfes sind die Wälle einer frühpiastischen Burg erhalten – heute 6–10 Meter hoch, ursprünglich womöglich bis zu 17 Meter. Die erste Befestigung entstand um die Wende vom 9. zum 10. Jahrhundert; Archäologen fanden hier zwei Hallenbauten, wie sie sonst nirgends in Großpolen bekannt sind. Von den Wällen blickt man auf die Mühlen vor der Feldkulisse.
Eine Bockwindmühle drehte sich als Ganzes auf einem einzigen mächtigen Pfosten, damit die Flügel in den Wind gestellt werden konnten – an jeder Mühle sehen Sie den langen Steert, mit dem der Müller sie drehte. Vergleichen Sie die drei: Sie unterscheiden sich in Höhe, Dachform und Vorbauten, obwohl zwischen ihrer Entstehung nur 75 Jahre liegen. Zählen Sie am Bauernhaus aus Gębarzewo die Laubenpfosten – es sind fünf, und der vorkragende Giebel bildet einen überdachten Vorplatz vor dem Eingang.
Das Gelände ist eingezäunt und kein regulär geöffnetes Freilichtmuseum – die Mühlen betrachten Sie von außen, durch den Zaun oder vom Straßenrand. Für einen Halt genügen 15–20 Minuten, am schönsten wirken die Silhouetten bei Sonnenuntergang. Wer eine Windmühle von innen sehen möchte, fährt in den Großpolnischen Ethnografischen Park in Dziekanowice, wo u. a. die Bockwindmühle aus Gryżyna mit dem ältesten datierten Konstruktionselement Polens (1585) steht. In der Nähe lohnen die einsame Mühle in Rybitwy und Ostrów Lednicki einen Abstecher.
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