Kirchen & Klöster
Ein Baukörper aus ineinander greifenden Betonschalen, gekrönt von einer Kuppel, bietet rund 5000 Gläubigen Platz und zählt zu den größten orthodoxen Kirchen Polens. Die Kathedrale der Heiligen Dreifaltigkeit steht in Hajnówka — dem Tor zum Białowieża-Urwald und einer Hochburg der Orthodoxie in Podlachien, wo Kirchenglocken zur alltäglichen Klanglandschaft gehören.
Gebaut wurde von 1974 bis 1992 nach einem Entwurf des Architekten Aleksander Grygorowicz; die bildnerische Konzeption prägte der für seine Ikonen bekannte Maler Jerzy Nowosielski. Die Weihe fand am 11. Oktober 1992 statt. Die Kirche hat zwei Ebenen — in der Unterkirche steht der Nikolausaltar — und wurde 2023 in das Denkmalregister eingetragen.
Die Ikonostase und ein Teil der Ikonen sind das Werk des griechischen Malers Dimitrios Andonopoulos. Nowosielski selbst musste nach einem Streit mit dem Pfarrer auf die Arbeiten an der Bemalung verzichten — bis heute eine der spannendsten Geschichten rund um die Kirche.
Seit 1983 fanden hier Konzerte des Festivals "Hajnówka" statt, seit 2002 richtet die Kirche die Hajnowskie Dni Muzyki Cerkiewnej aus — einen Wettstreit von Chören aus aller Welt. Das ist der beste Zeitpunkt für einen Besuch: Der a-cappella-Gesang, der die Betonschalen erfüllt, entfaltet eine Wirkung, die kein Foto wiedergeben kann. Werden Sie tagsüber zur Ikonostase hinein und weiter geradewegs in den Białowieża-Urwald, dessen Eingang von hier aus fußläufig erreichbar ist.
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