Nationalparks
Białowieża, Podlachien
Das Totalreservat (Obszar Ochrony Ścisłej) des Nationalparks Białowieża ist der wertvollste Teil des Białowieża-Urwalds – ein natürlicher Wald, den niemand gepflanzt hat und in dem seit über hundert Jahren keine Forstwirtschaft betrieben wird. Über 6.059 ha stehen unter strengem Schutz. Betreten dürfen Sie das Gebiet nur mit einem lizenzierten Führer, auf der unmarkierten Route „Zur Jagiełło-Eiche“.
Ein Teil des Gebiets gehörte zu den Reservaten, die am 29. Dezember 1921 auf Initiative von Naturforschern und Förstern um Professor Władysław Szafer ausgewiesen wurden. Ab dem 1. Januar 1929 stand das ehemalige Forstamt Rezerwat unter strengem Schutz, 1932 wurde daraus der Nationalpark in Białowieża. In seiner heutigen Form besteht der Park seit 1947. 1979 wurde das Totalreservat in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen, 1992 kam der angrenzende belarussische Teil des Waldes hinzu.
Heute gehört das Gebiet zum Schutzbezirk Rezerwat mit 10.242 ha, davon 6.059 ha unter strengem Schutz. Geschützt sind alle Elemente der Natur – Boden, Wasser, Pflanzen, Tiere, Pilze, Landschaft – sowie Spuren früherer menschlicher Tätigkeit: Grabhügel, Beutbäume und Meilerplätze.
Der Legende nach ruhte König Władysław Jagiełło unter dieser Eiche vor der Jagd, die dem Feldzug nach Grunwald vorausging. Tatsächlich war der Baum höchstens etwa 450 Jahre alt und 39 m hoch. Erfunden hat die Legende Jan Jerzy Karpiński, ab 1928 Leiter des Reservats – er wollte Touristen aus dem Ortszentrum tief in den Wald locken. Aus Eicheln, die nach dem Sturz gesammelt wurden, zog man junge Eichen; eine davon, scherzhaft „Jagiellończyk“ genannt, wächst im Garten der Geobotanischen Station Białowieża.
Die Route „Zur Jagiełło-Eiche“ ist 7 km lang, davon 4 km durch das ehemalige Totalreservat; sie dauert etwa 3 Stunden. Ein Führer darf höchstens 10 Personen begleiten. Der Park stellt keine Führer – buchen Sie zuerst einen bei einem örtlichen Reisebüro und kaufen Sie erst dann das Ticket (an den Kassen des Parks oder online). Fahrrad und Kutsche sind nur mit Führer bzw. Genehmigung des Direktors erlaubt, Hunde nicht. Tragen Sie bequeme Schuhe und nehmen Sie Mückenschutz mit – ein Teil der Route führt durch feuchten Erlenbruchwald.
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