Berge & Gipfel
Karpacz (Krummhübel), Niederschlesien
Die Baude Samotnia am Kleinen Teich (Mały Staw), früher als Kleine Teichbaude bekannt, gehört zu den schönsten Zielen im polnischen Riesengebirge (Karkonosze). Die Hütte steht direkt am Ufer eines eiszeitlichen Karsees, unter den steilen Wänden des Kessels, nur etwa eine Wanderstunde von der Stabkirche Wang in Krummhübel (Karpacz) entfernt. Schon im 17. Jahrhundert stand hier eine Hütte – Samotnia ist damit eine der ältesten Bauden im heutigen Polen und ein lohnendes Halbtagesziel.
Krummhübel liegt etwa 20 Kilometer südlich von Hirschberg (Jelenia Góra). Mit dem Auto erreichst du den Ort von Görlitz in rund anderthalb Stunden, von Dresden in etwa zweieinhalb Stunden. Seit Juni 2025 fahren auch wieder Regionalzüge von Hirschberg nach Krummhübel. Zur Baude selbst führt keine öffentliche Straße – ab Brückenberg (Karpacz Górny) geht es zu Fuß weiter.
Der Kleine Teich liegt auf rund 1183 Metern im Boden eines Gletscherkars. Er ist etwa 2,9 Hektar groß und bis zu 7,3 Meter tief; die Łomnica (Lomnitz) fließt hindurch. Selbst im Sommer wird das Wasser höchstens etwa 14 °C warm, einen großen Teil des Jahres ist der See zugefroren. Hier leben unter anderem Bergmolche und Bachforellen. Das Gebiet gehört zum Nationalpark Riesengebirge: Baden ist verboten, und du musst auf den markierten Wegen bleiben.
Die erste Erwähnung einer Hütte am See stammt von 1670: Ein Wächter bewachte hier für die Grafen Schaffgotsch die Forellenzucht, im September 1670 besuchte ihn der Dichter Christian Gryphius. Über Generationen betreute die Familie Schoder den Teich. Als 1866 die Eisenbahn Schlesien mit Breslau und Berlin verband, wuchs der Tourismus, und die Hütte wurde zur Kleinen Teichbaude ausgebaut. 1891 wechselte sie für 4000 Taler den Besitzer, ab 1927 führte sie das Ehepaar Haase. Nach dem Zweiten Weltkrieg und der Grenzverschiebung von 1945 übernahm der polnische Touristenverband PTTK die Baude. Ab 1966 prägten Waldemar und Sylwia Siemaszko die Hütte über Jahrzehnte; heute trägt sie Waldemars Namen.
Für den Nationalpark brauchst du ein Ticket: Tageskarte 11 zł, ermäßigt 5,50 zł (Stand: Oktober 2026), erhältlich online oder an den Kassen, etwa neben der Kirche Wang. Hunde an der Leine sind auf den meisten Wegen erlaubt.
Der Kessel ist Lawinengelände. Der blaue Abschnitt zwischen Domek Myśliwski und Samotnia wird im Winter wegen Lawinengefahr und vom 15. März bis 31. Mai aus Naturschutzgründen gesperrt; als Umgehung dient der Versorgungsweg. Prüfe vorher den Tourismus-Bericht des Nationalparks und die Lawinenhinweise der Bergwacht GOPR. Notruf der polnischen Bergrettung: 985.
Die Baude wird vom PTTK betrieben und bietet Übernachtungen für Wanderer und Skifahrer sowie eine Gaststube mit polnischer Hüttenküche, etwa Sauerkrautsuppe (kwaśnica), Bigos und Apfelkuchen. Reservierung: Tel./WhatsApp +48 455 501 958 (täglich 8–19 Uhr), rezerwacje@schroniskosamotnia.com. Öffnungszeiten der Küche und Zimmerpreise waren nicht veröffentlicht – frag vorher nach.
Lohnt sich der Weg?
Ja. Kaum irgendwo im Riesengebirge bekommst du mit so wenig Aufwand so viel Hochgebirgsatmosphäre. An Sommerwochenenden lohnt sich ein früher Start.
In der Nähe
Weiter oben warten die Hampelbaude und der Weg zur Schneekoppe; unten in Brückenberg die Stabkirche Wang und der Sessellift auf die Kleine Koppe.
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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Geprüft: Oktober 2026