Seen & Gewässer
Żory, Schlesien
Die gut ein Dutzend Waldteiche zwischen Żory (Sohrau), Szczejkowice und Palowice verdanken ihre Entstehung nicht der Natur, sondern der Industrie. Im 19. Jahrhundert wurde hier Raseneisenerz im Tagebau für die Eisenhütte „Waleska" gewonnen, und die zurückgebliebenen Gruben füllten sich mit Wasser. Heute liegt die Pojezierze Palowickie im Landschaftspark „Zisterziensische Landschaftskompositionen von Rudy Wielkie" und gehört zu den reizvollsten Wandergebieten rund um Rybnik.
Die Industrietradition reicht bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts zurück, als im heute verschwundenen Weiler Łanuch eine Schmiede aus Raseneisenerz Stabeisen erschmolz. Im 19. Jahrhundert entstand die Hütte „Waleska", benannt nach Valeska von Tiele-Winckler, der Tochter des Besitzers Franz von Winckler; ihre zwei Hochöfen wurden mit Holzkohle befeuert. Erhalten ist nur der Gichtturm, ein 15 m hoher Ziegelbau aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts (die Quellen nennen 1830 oder 1835). Darin wurde der Möller – Erz mit Holzkohle und Zuschlägen – per Handkran nach oben gezogen und zu den Gichtöffnungen der Öfen getragen.
Der Turm steht im Wald über dem Teich Garbocz, an der alten Straße von Palowice nach Żory. 1966 wurde er unter Denkmalschutz gestellt, 1974 erhielt er ein Dach, und die Öffnungen wurden zugemauert. Man plante, darin eine Herberge einzurichten, doch das Gebäude, heute im Besitz der Staatsforsten (Forstamt Kobiór), steht leer.
Die größten Gewässer sind Garbocz, Łanuch (auch Gichta genannt), Jesionka und die Łańcuchowe-Teiche im Tal des Baches Jesionka, eines rechten Nebenflusses der Ruda. Im Wasser wachsen Weiße Seerose, Gelbe Teichrose, Wassernuss und Schlangenwurz. Man begegnet Höckerschwänen, Teichhühnern, Rohrweihen, Silberreihern und Eisvögeln, zu Gast sind auch Seeadler und Schwarzstörche. Ein typisches Bild sind zwei Pfahlhäuschen mitten im Wasser.
Am bequemsten erkunden Sie das Gebiet auf dem blau markierten Weg der Anfänge der Eisenverhüttung (Rybnik–Żory) oder auf dem Lehrpfad von Szczejkowice zu den Resten der Hütte „Waleska"; Radfahrer nutzen die rote Route Palowice–Żory. Für einen Rundgang um mehrere Teiche und zum Gichtturm sollten Sie 2–3 Stunden einplanen. Machen Sie auch einen Abstecher nach Palowice zur hölzernen Dreifaltigkeitskirche aus dem 17. Jahrhundert.
Eintritt frei
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