Kirchen & Klöster
Lubiąż, Niederschlesien
Das Kloster Leubus (Lubiąż) ist eine der größten Klosteranlagen Europas und ein Meisterwerk des schlesischen Barocks: Die Fassade misst rund 223 m, im Inneren gibt es über 300 Räume. Die einstige Zisterzienserabtei liegt an der Oder, etwa 54 km nordwestlich von Breslau (Wrocław). Nach Jahrzehnten des Verfalls wird sie Schritt für Schritt restauriert – der Kontrast zwischen dem prunkvollen Fürstensaal und den kahlen Korridoren ist einzigartig. Für Schlesien-Reisende ist Leubus ein Muss.
Am 16. August 1163 kamen die ersten Zisterzienser aus Pforta an der Saale in Thüringen nach Leubus, gerufen von Herzog Bolesław I. dem Langen. Die Abtei gründete Tochterklöster wie Mogiła bei Krakau (1222) und Heinrichau (Henryków, 1227) und war im 14. Jahrhundert ein Zentrum der schlesischen Gelehrsamkeit. Mit den Hussitenkriegen (1428–1432) begann ein langer Niedergang.
Die Blütezeit folgte nach dem Dreißigjährigen Krieg unter den Äbten Arnold Freiberger und Johann Reich. 1681–1739 entstanden Abtspalast, Konvent, Brauerei, Bäckerei und Spital; die gotische Marienkirche erhielt eine barocke Ausstattung. Jahrzehntelang arbeitete hier Michael Willmann, der „schlesische Rembrandt“, dazu Christian Bentum, Felix Anton Scheffler und der Bildhauer Franz Joseph Mangoldt.
Nachdem Schlesien 1740 an Preußen gefallen war, wurde die Abtei 1810 säkularisiert; 471 Gemälde, darunter 63 von Willmann, wurden abtransportiert. Ab 1823 diente das Kloster als psychiatrische Heilanstalt, im Zweiten Weltkrieg wurde hier mit Zwangsarbeitern für den Krieg produziert, und im Frühjahr 1944 verschwanden die letzten Willmann-Bilder. Von 1945 bis 1948 nutzte die Rote Armee die Anlage als Lazarett, danach verfiel sie. Seit 1989 kümmert sich die Stiftung Lubiąż um die Rettung.
Die reguläre Führung umfasst:
Mehrmals im Jahr gibt es erweiterte Führungen „vom Dachboden bis zum Keller“ (zuletzt am 5. und 6. September 2026). Nach rund 30 Jahren Restaurierung ist seit 2026 auch die Klosterbibliothek wieder zugänglich – an besonderen Bibliothekswochenenden, die in diesem Jahr im Mai und Juli stattfanden. Unbedingt solltest du die Anlage auch von außen umrunden: Die Fassade hat über 600 Fenster, und auf dem ummauerten Klosterhügel stehen außerdem Torhaus, ehemaliges Spital, Scheune, Kanzlei, Wagenremise sowie Brauerei mit Bäckerei. So wird deutlich, dass die Abtei einst eine eigene, sich selbst versorgende kleine Stadt war. Für die deutsche Geschichte Schlesiens ist Leubus ein Schlüsselort: Die Mönche kamen aus Thüringen, und über Jahrhunderte prägten deutschsprachige Äbte, Künstler und Handwerker das Kloster.
Täglich geöffnet: 1. Oktober bis 31. März 10–15 Uhr (letzter Einlass 14 Uhr), 1. April bis 30. September 10–17 Uhr (letzter Einlass 16 Uhr). Führungen starten zu jeder vollen Stunde. Eintritt 40 zł, ermäßigt 30 zł, Führung inklusive – nur Barzahlung. Reservieren müssen nur Gruppen ab 20 Personen. Geführt wird auf Polnisch; Infotafeln im Ort gibt es auch auf Deutsch. Am 5., 7., 9., 12.–13. und 15. Oktober 2026 sind Sommerrefektorium und ehemalige Kirche wegen Dreharbeiten geschlossen.
Leubus liegt in der Gemeinde Wołów (Wohlau) am rechten Oderufer; am besten kommst du mit dem Auto, von Breslau in etwa einer Stunde. Adresse: Plac Klasztorny 1, Lubiąż. Aus Dresden oder Görlitz fährst du über die A4 Richtung Breslau. Die Gebäude sind unbeheizt – außerhalb des Sommers warm anziehen. Eine Führung dauert etwa eine Stunde, mit Rundgang um die gewaltige Fassade bis zu zwei. Einige Abschnitte führen über Treppen, für Menschen mit eingeschränkter Mobilität ist der Rundgang daher nur bedingt geeignet.
Ja – für Liebhaber des Barocks und der schlesischen Geschichte ist Leubus eine der eindrucksvollsten Stätten Polens. Besonders lohnend ist es für Architektur- und Geschichtsinteressierte sowie Fotografen: Die Geschichte der Abtei reicht von mittelalterlichen Mönchen über die preußische Säkularisation und den Zweiten Weltkrieg bis zur Rettung nach 1989. Kleinere Kinder empfinden eine Stunde in kühlen Sälen oft als lang – plane eine Pause draußen ein. Bargeld nicht vergessen, Kartenzahlung ist nicht möglich. Kombinieren lässt sich der Ausflug gut mit einem Aufenthalt in Breslau, das für viele deutsche Besucher ohnehin Ziel einer Schlesien-Reise ist. Im Juli findet hier das Slot Art Festival statt, über das Jahr verteilt gibt es Konzerte und Nachtführungen.
Zeiten gültig bis 31. März 2027
Codziennie; od 1 października do 31 marca 10:00–15:00 (ostatnie wejście 14:00), od 1 kwietnia do 30 września 10:00–17:00 (ostatnie wejście 16:00); zwiedzanie z przewodnikiem o pełnych godzinach.
Bilet normalny 40 zł, ulgowy 30 zł (przewodnik w cenie); płatność tylko gotówką.
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
Booking.com
Hotels, Pensionen und Apartments in der Nähe von Kloster Leubus (Lubiąż).
Affiliate-Link — wir können eine Provision für Buchungen erhalten.
Geprüft: Oktober 2026