Kirchen & Klöster
Sieroszewice, Großpolen
Ołobok, ein Dorf der Gemeinde Sieroszewice rund 17 km östlich von Ostrów Wielkopolski, war über sechs Jahrhunderte Sitz eines Klosters – und obwohl der Ort mitunter als Zisterzienserabtei bezeichnet wird, lebten hier Zisterzienserinnen. Gestiftet wurde der Konvent Anfang des 13. Jahrhunderts von Herzog Władysław Odonic, die Schwestern kamen aus Trzebnica (Trebnitz). Erhalten sind die frühere Klosterkirche St. Johannes Evangelist mit Rokoko-Ausstattung, ein Teil des Klosters und eine hölzerne Friedhofskirche aus dem 16. Jahrhundert.
Das Dorf am Zusammenfluss von Prosna, Ołobok und Gniła Barycz wird seit 1207 erwähnt. Ein Jahr später weihte der Gnesener Erzbischof Henryk Kietlicz in der hiesigen Kirche Wawrzyniec (Laurentius) zum Bischof von Breslau. Herzog Władysław Odonic von Großpolen stiftete das Kloster für Zisterzienserinnen aus Trebnitz – die Quellen nennen die Jahre 1211–1213 –, und 1213 wurde die erste, hölzerne Kirche geweiht. Mitte des 14. Jahrhunderts holten die Nonnen Siedler ins Dorf und lehrten die Mädchen Sticken und Handarbeit; ab dem 16. Jahrhundert entwickelte sich Ołobok zu einem lokalen Zentrum der Weberei und der Strohflechterei.
Mit Verordnung des preußischen Königs vom 28. Juli 1796 wurden die Klostergüter eingezogen, 1837 lösten die preußischen Behörden den Konvent auf. Die Nonnen durften jedoch vor Ort bleiben: Die letzte von ihnen, Florianna Wiewiórowska, starb am 28. Februar 1864. Die meisten Klostergebäude wurden 1882 abgerissen.
Die heutige Kirche entstand um 1500 im spätgotischen Stil zusammen mit einem gemauerten Kloster. Nach Bränden in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts wurde sie 1695–1696 wiederaufgebaut, 1780–1788 erhielt sie eine neue Westfassade und einen Turm. Außen stützen teils gotische Strebepfeiler die Mauern; die Ausstattung mit reichem Schnitzwerk aus den Jahren 1779–1795 ist einheitlich im Rokoko gehalten. Vom Kloster blieben der zweigeschossige Flügel nördlich der Kirche sowie Schatzkammer und Kapitelsaal erhalten.
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