Festungen
Thorn, Kujawien-Pommern
Die Stadtmauern und Tore von Thorn (Toruń) sind der am besten erhaltene Teil der mittelalterlichen Befestigung: ein langer Abschnitt Backsteinmauer mit Türmen und drei gotischen Toren entlang der Weichsel. Sie prägen das berühmte Flusspanorama der UNESCO-Stadt, und ein Spaziergang auf dem Philadelphia-Boulevard unter den Mauern gehört zu den schönsten kostenlosen Erlebnissen in Thorn. Unterwegs siehst du den Schiefen Turm und den wohl ältesten erhaltenen Stadtmauerabschnitt Polens.
Die Mauern säumen den Südrand der Altstadt an der Weichsel. Von Berlin sind es nach Thorn rund 400 Straßenkilometer, mit der Bahn meist mit Umstieg in Posen (Poznań). Vom Bahnhof Toruń Miasto gehst du etwa 15 Minuten, vom Hauptbahnhof Toruń Główny am anderen Ufer fahren Bus und Straßenbahn über die Brücke.
Mit dem Bau der Backsteinmauern der Altstadt begann man Mitte des 13. Jahrhunderts, kurz nach der Gründung der Stadt durch den Deutschen Orden. Die Altstadt umgab ein doppelter Mauerring mit Graben, im Westen sogar ein dritter; zur Weichsel hin genügte eine einfache Mauer ohne Graben. Ein Abschnitt an der ul. Pod Krzywą Wieżą, datiert auf 1246–1262, gilt als ältester erhaltener Stadtmauerabschnitt Polens. Die 1264 gegründete Neustadt hatte eigene Mauern.
Acht Tore führten in die Altstadt, rund 33 Türme standen im Mauerring. Im 15. Jahrhundert kamen Barbakanen hinzu, um 1500 wurden zwei Ecktürme zu Geschützbastionen umgebaut. Ab 1629 entstanden Erdbastionen vor den Mauern, ab 1818 bauten die Preußen Thorn zur Festung aus. Im 19. Jahrhundert wurde der Großteil der Mauern und Tore abgerissen.
Unbedingt. Geh den ganzen Uferboulevard entlang, vom Klostertor und Schiefen Turm im Westen bis zum Brückentor und zur Ruine der Ordensburg im Osten, und kehre durch die engen Gassen der Altstadt zurück. Plane 45 bis 60 Minuten ein. Der Spaziergang ist kostenlos, jederzeit möglich und auch mit Kindern einfach. Einen zweiten Mauerabschnitt findest du an der ul. Podmurna, entlang der alten Grenze zwischen Alt- und Neustadt.
Wer sich für Festungsgeschichte interessiert: 1877–1914 legten die Preußen einen rund 22,5 km langen Fortgürtel um Thorn an; von etwa 200 Bauwerken sind fast 150 erhalten. Das Museum der Festung Thorn und das Fort IV sind gute Anlaufpunkte.
Durch das Seglertor gelangst du zur Johanneskathedrale und weiter zum Altstädtischen Rathaus. Am Ostende des Boulevards liegt die Ruine der Ordensburg, am Westende der Schiefe Turm.
Dostępne z zewnątrz całodobowo.
Wstęp wolny
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Geprüft: Oktober 2026